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Wir reisen jetzt endlich mit der thailaendische Bahn. Mal was anderes als immer die Busse. Die Bahnhoefe sehen aus wie Anfang des 20. Jahrhunderts, und wenn man zu den Geleisen vorstoesst, kommt einem ein freundlicher Bahnpolizist entgegen, der den (nur den auslaendischen?) Fahrgast zum richtigen Bahnsteig weist, von denen es normalerweise extrem viele hat, naemlich ungefaehr zwei pro Bahnhof.
Unsere erste Bahnreise fuehrte uns von Lampang nach Lop Buri. Eine Reise, die sehr friedlich verlief. Mal abgesehen davon, dass der Zug in Lampang gerammelt voll mit thailaendischen Pfadfindern war, die alle hier aussteigen wollten. Nachdem ungefaehr fuenzig Stueck von den Kids ausgestiegen waren, ging ich davon aus, dass das nun alle sein muessten. Bin also rasch eingestiegen, denn wer weiss, wann der Zug wieder abfaehrt und sowieso, Platz reservieren, da viel Gepaeck. Im Zugdurchgang blockierte mich dann allerdings eine weitere Gruppe von Pfadfindern, die auch noch ausstiegen wollte. Die Leute hinter mir wollten rein (ausser MC, der die Szene aus sicherem Abstand beobachtete) und befanden sich bereits im Zug. Mit meinen glorreichen Thai-Kenntnissen und dem umfangreichen Rucksack auf dem Ruecken war's dann gar nicht so einfach, mich wieder aus dem Nadeloehr zu befreien. Peinlich.
In Lop Buri gab's dann Affen in Huelle und Fuelle. Die lungern hauptsaechlich bei einer der Tempelanlagen herum und beaeugen neugierig die Besucher. Klauen wohl ab und zu auch was, wenn ihnen ein Stueck besonders in die Augen sticht, zum Beispiel Sonnebrillen und Fotoapparate. Da wir aber von Michael und Kiyoko, die vor uns Lop Buri erkundeten, in der Hinsicht vorgewarnt waren, liessen wir uns auf keinerlei Nahkaempfe mit den Affen ein.
Lop Buri ist ansonsten eine typische kleine Thai-Stadt mit netten Einwohnern, die meist kein Englisch sprechen. Und auch die Speisekarten sind eher in Thai gehalten. Wir wohnten im Asia Hotel, gleich gegenueber der Hauptattraktion der Stadt, dem Narai-Palast. Zum Glueck oder Unglueck in einem fand an dem Wochenende gerade die "King Narai Reign Fair" statt, eine Feier zum Gedenken an diesen maechtigen Koenig. Die Hauptvorfuehrung, ein historisches Schauspiel mit tollen Kostuemen, vielen Farben und super Beleuchtung, an den Originalschauplaetzen, wie man so sagt, war richtig toll. Das Unglueck bestand hauptsaechlich darin, dass sich unser Hotel eben in unmittelbarer Naehe zur Feier befand. Das bedeutete quietschende Lautsprecher bis Mitternacht, Musik, Traritrara, die Strassen zum Bersten voll. Unser Hotel war sowieso wiedermal eines von der ringhoerigen Sorte, so waren wir auch immer auf dem Laufenden, wenn die Nachbarn duschten oder TV schauten. Mit einem Wort: Es herrschte andauernd ein unerhoerter Krach. Da es ja immer und ueberall laut ist, gewoehnt man sich ja an einiges. Aber so schlimm wie in Lop Buri war es "laermmaessig" noch nirgends. Finde ich. MC war das, glaube ich, egaler. Er war gluecklich, wieder mal ein Fernseher im Zimmer zu haben.
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