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Zhongdian, neuerdings auch Shangrila genannt und die Region an der Grenze zu Tibet ist groesstenteils von Tibetern bevoelkert, wobei hier scheinbar jeder chinesisch oder einen tibetischen Dialekt spricht. shangrila County (sowas wie der Landkreis) scheint die naechste Region zu sein, die fuer den chinesischen Massentourismus erschlossen werden soll, wobei der neue Name wohl eher zu Marketingzwecken eingefuehrt wurde. Seit dem Weltbestseller Lost Horizon von James Hilton steht der Name fuer eine traumhaft schoene Region irgendwo im Himalaya und wird weltweit von Hotels und Reisveranstaltern missbraucht, da es ja irgendwie geheimnissvoll klingt. Nach einer Untersuchung der Regierung von Yunan im Jahre 1996, kam man zu dem Schluss, dass es die meisten Hinweise auf Shangri-la in dieser Region gibt und aenderte dann den Namen. Mal sehen ob es irgendwann sowas wie einen Trademark-streit gibt.
Die Altstadt wird hier im Stil von Lijiang auf Vordermann gebracht, es gibt etliche Souvenierlaeden, Hostels, Restaurants und Bars, aber im Moment kaum zahlende Gaeste, was etwas eigenartig wirkt. Man koennte hier jeden Tag woanders essen gehen und das Restaurant immer ganz fuer sich allein haben. In der Neustadt und am Busbahnhof stehen riesige teure Hotels, die wohl groesstenteils leer stehen bzw. noch geschlossen sind. Ein paar Wanderer und westliche Reisende praegen das Bild, wobei dann einmal am Tag ein Tourbus mit Chinesen an der Altstadt zum Shopping aus- und wieder eingeladen wird. Wie ueberall in China geht die Entwicklung nicht langsam mit dem Bedarf wachsend voran, sondern die Regierung pumpt Geld in eine Region, um diese auszubauen und dann in ein paar Jahren, wird es hier wohl auch so aussehen wie in Lijiang. Beschaulicher Minderheitentourismus fuer die Tourgruppen von der Ostkueste. Zur Zeit kann man den Ort auf jeden Fall noch geniessen, vielleicht war auch gerade keine Saison, obwohl das chinesische Neujahr eigentlich eines der Hauptreisezeiten ist.
So kamen dann am 28. auch in dem Hostel "Shangrila Traveller Club", das von dem angeblich in ganz China bekannten Mr. Bean gefuehrt wird, etliche Autos mit Trekkingfans aus Shanghai, Guangzhou usw. an, die hier ihr Neujahr feiern wollten. Da Mr. Bean jeden Abend fuer einen Unkostenbeitrag ein einfaches gemeinsames Essen plus ein paar Becher Beiju (Reiswein) fuer alle Gaeste bereitete, kamen wir mit den anwesenden Chinesen in Kontakt und gesellten uns dann auch am quasi Silvesterabend zu der Runde. So konnten wir lernen, dass der Chinese zum Essen ordentlich bechert und einen immer wieder zum trinken animiert, wodurch wir schon Angst hatten, wie wir den Abend ueberleben sollen. Spaeter jedoch als wir uns langsam warm getrunken hatten, wollten dann ploetzlich immer weniger Leute etwas trinken und nach und nach verschwanden dann die meisten noch vor Mitternacht ins Bett. Da hatten wir extra eine 3 Liter Weinflasche gekauft, in der Hoffnung, diese zum Anstossen leeren zu koennen, leider war dann nur noch Mr. Bean und seine Angestellten zugegen, die dann zu Mitternacht noch ein paar von den angsteinfloessenden echten Chinaboellern hochjagten. Bei diesen Monsterteilen die hier verkauft werden, waere mir als Eltern Ansgt und Bange, wenn meine Kinder, wie hier schon die 10-jaehrigen, damit rumhantieren.
Wir waren dann aber auch nicht allzu traurig, nur etwas verwundert, auch frueher als erwartet ins Bett zu gehen, denn im Laufe des Abend hatte sich dann doch noch eine Weiterreisemoeglichkeit mit einem geteilten Taxi nach Dequin ergeben, das von einer Chinesein organisiert wurde. Wir hatten uns schon darauf eingestellt die naechsten 3-5 Tage mit Internet und Lesen zu verbringen, da ueber das Neujahr fast nichts mehr geht. Es fahren keine Busse, die meisten Laeden sind geschlossen und die Strassen sind wie ausgestorben, da alle in Familie feiern und trinken.
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