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Dieser Abschnitt erzaehlt von unseren Erlebnissen in Guatemala, wesshalb wir ein Visum des Karibikstaates Belize brauchten, um nach Gutemala zu kommen, einem hilfsbereiten Vizekonsul, "inofizieller Aus- und Einreise" aus Mexico, Holaendern, die fast an der Grenze zurueckgelassen werden, den beruehmten Ruinen namens Tikal, hilfsbereiten multikulti Freunden, Rio Dulce, von der Sichtung einer seltenen Seekuh, Livingston, ueberpuenktlich fahrenden Bussen, wandern auf noch heisser Lava, dem weltbekannten Markt Chichicastenango, vom Lake Atitlan mit seinem Aussteigeroertchen San Pedro La Laguna, Antigua mit seinen in Truemmern liegenden Kirchen und inflationaeren Preisen fuer Touristen!
Von Mexico fuehren viele Wege nach Guatemala, die einen sind allerdings mit ewigen Fahrten auf Fluessen oder miserablen Strassen verbunden. Da wir uns bereits auf der Yucatan Halbinsel befinden, entscheiden wir uns, ueber den Karibikstaat Belize zu fahren. Unserem „Southamerica Handbook" (Footprint) vertrauen wir nicht ganz und erkundigen uns sicherheitshalber, ob man fuer die Reise durch Belize tatsaechlich kein Visum braucht. Von verschiedenen Seiten haben wir naemlich von Problemen bei der Einreise in Belize gehoert. Leider ist das Konsulat von Belize in Mexico nicht ueber die uns bekannten und genannten Telefonnummern erreichbar. Weil es grundsaetzlich sowieso viel guestiger ist, ins Taxi zu steigen und an die im Buch stehende Adresse zu fahren, als zu telefonieren (lokal!!!!), halten wir kurzerhand ein Taxi an. Am Ziel angekommen, stellen wir allerdings fest, dass die Adresse zwar eigentlich stimmt, das Konsulat aber auf unbestimmte Zeit geschlossen ist... welch ein Wunder in Zentralamerika. Von einer Anwohnerin erhaelten wir eine Mobile Nummer; unsere Anrufe bleiben aber unbeantwortet. Nach all diesen erfolgslosen Versuchen wollen wir schon fast aufgeben; da wir bereits seit der Frueh fuer dieses Unterfangen unterwegs sind, und es inzwischen bereits spaeter Nachmittag ist. Fluchend versuchen wir es noch ein letztes Mal... endlich nimmt der Vizekonsul Hugo sein Mobile ab. Ein wenig ueberrascht stellen wir fest, dass in Belize Englisch gesprochen wird (man lernt halt nie aus), und werden umgehend zum Spital gebeten, wo wir den Vizekonsul treffen sollen. Tatsaechlich braucht man ein Visum! Dieses ist nur noch innerhalb der naechsten zwei Stunden erhaeltlich, wenn wir wie geplant den Bus am naechsten Morgen nehmen wollen. Was wir noch nicht wussten ist, dass wir dazu nach Belize muessen! So fahren wir zum Spital und treffen Hugo sowie einen Studenten, welcher auch noch Papierkrieg erledigen muss. Eine weitere Familie hat auch ihre Anliegen, und so fahren wir den ersten Teil zur Grenze im Privatwagen. Unterwegs werden deren Anliegen geklaert, anschliessend geht's mit dem Taxi bis zur Grenze. Dank dem Vizekonsul erfolgt die Aus- und Einreise inofiziell, um keine Dokumente ausfuellen zu muessen. Im Zollfreiraum muessen wir ein neues Taxi nehmen, um dann beim Zoll in Belize ein Visum zu erhalten. Uebrigens muessen wir tatsaechlich USD 50.-- fuer ein Visum bezahlen, welches wir nur brauchen, um waehrend wenigen Stunden durchs Landesgebiet von Belize zu fahren. Anschliessend fahren wir wieder zurueck nach Mexico. Am Abend sind wir so muede wie selten zuvor und froh, das Visum endlich in den Haenden zu halten. Zum Glueck sind nicht alle Grenzen so kompliziert und teuer zu ueberqueren. Immerhin war der Vizekonsul sehr hilfsbereit und uebernahm sogar einen Teil der Taxikosten. Noch sind wir aber nicht in Guatemala, nein, wir sind immer noch in Mexico!
Zum Glueck verlaeuft am naechsten Tag alles reibungslos, und wir koennen problemlos die Grenze von Mexico ueber Belize nach Guatemala ueberqueren. Einige Hollaender verpassen die Abfahrt des Busses an der Belize/Guatemala Grenze und so muessen wir nach einigen Minuten Fahrt wieder zurueck kehren. Die drei Hollaender finden es gar nicht lustig und steigen schnaufend und schimpfend in den Bus ein. Flores ist unser Tagesziel und gleichzeitig Ausgangspunkt fuer Ausfluege zur antiken Maya Stadt Tikal. Von allen Maya Ruinen, die wir gesehen haben, hat Tikal die hoechsten Bauten aufzuweisen. Wir sind total verbluefft und begeistert von der einmaligen Aussicht. Die Stadt wurde vor ueber 1000 Jahren abrupt verlassen und vom gnadenlosen Dschungel ueberwuchert. Nur die Legende von einer verlorenen Stadt, in der ihre Vorfahren eine hohe kulturelle Entwicklung erreichten, überlebte unter den Indianern.
In Tikal treffen wir auch Gregg und Shira, welchen wir waehrend unserer Zeit in Guatemala staendig wieder begegnen. Gregg ist ein absolutes Sprachgenie (Englisch, Spanisch, Hebraeisch, Mandarin, Franzoesisch und Italienisch) und weil seine Mutter aus Guatemala stammt, kann er uns viele gute Tipps geben. Mehrmals haben wir uns verabschiedet, um uns nur kurz darauf wieder zu treffen. Das selbe gilt auch fuer Marion aus Uster, welche wir nur wenig spaeter kennen lernen.
In Rio Dulce entspannen wir uns einige Tage in einer schoenen Lodge am Wasser. Rio Dulce ist bei vielen Seefahrern beliebt, die haeufig ihre Segelboote waehrend der Hurrican-Saison dort schuetzen. So sieht man fuer Guatemala untypischen und ein wenig exzentrisch anmutenden Wohlstand und etliche Luxusjachten. Von unserer Lodge wollen wir mit einem Kanu zum Castillo San Felipe paddeln. Fuer uns ist es aber doch ein wenig zu anstrengend, und wir kehren in der Haelfte der Strecke wieder um. Trotzdem kann der Ausflug als Erfolg verbucht werden, da Olivier eine der seltenen Seekuehe (Mantee) gesichtete hat. Eine Seekuh wird bis zu 4 Meter gross, 450 Kg schwer und verschlingt taeglich Nahrung, welche 10% ihres Koerpergwichtes entspricht.
Von Rio Dulce aus besuchen wir Livingston. Der Ort am karibischen Meer ist mehrheitlich von Schwarzafrikanern bewohnt. Erreichbar ist Livingston nur per Boot, wobei es ueblich ist, jeweils erst nach Bezahlung durch die Touristen zu tanken. Zudem wird das Benzin auf den Tropfen genau berechnet, wobei keine Reserven einkalkuliert werden. Unser Kapitaen hatte auf dem Hinweg wohl ein wenig zu viel Benzin verbraucht und tankte in Livingston noch einge „Troepfchen" nach. Mit diesen Troepfchen gelangten wir zum Glueck noch zurueck, und wir mussten fesstellen, dass man tatsaechlich keine Reserve braucht. Sehr wohl fuehlten wir uns allerdings nicht dabei.
Wenn man nach dem Bus von Rio Dulce nach Guatemala City fragt, kann die Abfahrtszeit zwischen 13.00 Uhr und 15.00 Uhr varieren (obwohl nur ein einziger Bus faehrt). Zum Glueck sind wir - auf guten Rat von Gregg - bereits um 12.28 dort und sehen den Bus heranfahren. In letzter Sekunde koennen wir noch aufspringen. Sogar der Preis stimmt! Spaeter finden wir heraus, dass der Busfahrer unser Geld selber einstreichen will, und uns darum bittet den Bus vorzeitig zu verlassen, falls sein Boss ausnahmsweise waehrend den Arbeitszeiten am Terminal anwesend sein sollte. Keine Grund zur Sorge, wir fuhren bis zum Terminal mit! Guatemala City ist anscheinend die gefaehrlichste Stadt Amerikas. So entschliessen wir uns, die Sehenswuerdigkeiten weg zu lassen und fahren mit einem Touristen Shuttle direkt weiter nach Antigua. Eigentlich wollen wir die kurze Wartezeit im Freien ueberbruecken, der zustaendige Sicherheitsbeamte befoerdert uns aber kurzerhand ins Gebaeude zurueck mit der Bemerkung: „ ¡¿ Señores, no saben que es demasiado peligroso para gringos de esperar afuera!?" Die Chicken-Busse, mit welchen die Lokalen unterwegs sind, waeren zwar viel guenstieger aber mit Gepaeck und mit Ruecksicht auf Claudia's Ruecken verzichten wir auf diese Erfahrung. Antigua ist eine elegante und charmante Kolonialstadt, die frueher bekannt fuer ihren Reichtum und ihre vielen Kirchen war. Sie wurde jedoch von unzaehligen Erdbeben heimgesucht, wesshalb etliche Kirchen eingebrochen sind. Die Gegend um Antigua ist - wie die Erdbeben zeigen - sehr aktiv. In jeder Himmelsrichtung trohnt ein Vulkan in seiner perfekten Form. Wir hoeren vom Vulkan Pacaya, mit seinem kontinuierlich fliessenden Lavastrom und wollen diesen unbedingt sehen. Definitiv kein cooles Erlebnis auf einem Lavastrom zu stehen.
Zum Glueck erfahren wir rechtzeitig von der beabsichtigten Preiserhoehung per 1.7.2006 der „Touristen-Shuttles" und koennen noch rechtzeitig saemtliche Strecken buchen. Nur einen Tag spaeter kosten die selben Strecken bis zu drei Mal mehr! Was ein wenig Organisation und Preisabsprache unter den Betreibern doch alles bewirken kann...
Unsere naechste Destination ist Chichicastenango. Marion ist, wie der Zufall so will, im selben Shuttle und stellt uns ihren Freund Frederic aus Genf vor. Der Markt bietet eine wunderbare Farbenpracht. Insbesondere der Platz nahe der Kirche mit den indogenen Frauen, Kinder, Blumen kombiniert mit dem Duft der Gewuerze und Raeucherstaebchen, versprueht eine magische Atmosphaere.
Ferderic will - genau wie wir - zum Lake Atitlan, der als er der schoenste auf der ganzen Welt gilt (ob er eine ernsthafte Konkurrenz zum Titicacasee ist, koennen wir noch nicht beurteilen). Obwohl wir weder Aussteiger noch Drogenkonsumenten sind, nisten wir uns in San Pedro La Laguna ein. Bis vor wenigen Jahren war das Dorf weit weg vom naechsten Polizeiposten, so hat sich dort eine Austeiger- und Hippigemeinschaft gebildet. Auch wenn uns die Landschaft sehr gut gefaellt, sind wir vom eigentlich friedlichen Ort nicht sehr begeistert.
Bis zum Schluss meiden wir das anscheinend nicht allzu reizvolle Gutaemala City und fahren von Antigua direkt zum Flughafen. Unser naechstes Ziel liegt auf fast 3'000 M.ue.M.: Quito.
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