Mexico City, Mexico
19° 25' N 99° 8' W
May 24, 2006 00:00
Distance 2434km

Choose another map, showing:


You need to upgrade your Flash Player Click here to start downloading FlashPlayer!

Mexico

Text written in: German

23.05.06 - 24.06.06 Mexico: Ciudad de Mexico, Oxaca, Chiapas, Yucaán und Quintana Roo 

Dieser Abschnitt erzaehlt vom Land der Azteken (Tenochtitlan), Chichimeken, Huaxteken, Maya, Mixteken, Tarasken, Teotihuacaner, Tlahuica, Tolteken, Totonaken, Olmeken (1. astronomischer Kalender), Zapoteken (Monte Alban) (in chronologischer Reihenfolge) und deren Ruinen, wunderschoenen Straenden und herzlichen Menschen.

Als erstes Land Lateinmerikas gehen wir etwas genauer auf Mexiko ein, denn von nun an haben wir es wieder mit einer ganz anderen Kultur, Lebensweise und natuerlich auch Sprache zu tun... Wer also das "Vorgeplaenkel" ueberspringen moechte, kann das gerne tun und direkt zum eigentlichen Reisebericht (nach 16 Abschnitten) vordringen! Viel Spass!?

Landeskunde:

Mexiko ("Estados Unidos Mexicanos") grenzt im Norden und Osten an die Vereinigten Staaten, im Süden an Belize und Guatemala sowie im Westen an den Pazifik. Das Land hat eine Fläche von 1'959'248 Quadratkilometern und ist somit nach Brasilien und Argentinien, das drittgrößte Land Lateinamerikas. Mexiko liegt strenggenommen in Mittelamerika und nicht in Südamerika, wie manche Zeitgenossen glauben.

Nach der letzten Volkszählung vom 14. Februar 2000 (!) kam Mexiko auf eine Einwohnerzahl von 97'483'412. Zur Zeit liegt das Land noch an zehnter Stelle der Länder mit dem grössten jährlichen Bevölkerungszuwachs, aber man sieht es schon als einen Erfolg an, daß die Zuwachsrate im Vergleich zu den Jahren zuvor um 1,9% abgenommen hat.

Mit ca. 80% Mestizen ist Mexiko das Land mit dem höchsten Anteil gemischtrassiger Bevölkerung ganz Lateinamerikas. Der Anteil rein europäischstämmiger und rein indianischstämmiger Mexikaner beträgt jeweils rund 10%. Daneben gibt es einen verschwindend geringen Teil von arabisch- und asiatischstämmigen Einwohnern.

Kaum neun Monate nachdem der erste Spanier Mexiko betreten hatte, wurden die ersten Mestizen in Mexiko geboren. Neben den unzähligen unbekannten Soldaten, welche sich Indianische Frauen mit mehr oder weniger Gewalt nahmen, gibt es auch eine Reihe romantischer Geschichten zu erzaehlen: So verliebte sich der Conquistador Gonzalo Guerrero, welcher 1511 die Halbinsel Yucatan betrat, in die Mayaprinzessin Zazil Há und nahm sie zur Frau. Mit ihr hatte er zwei Söhne, welche offiziell als die ersten Mestizen Mexikos galten.

Auch der beruehmte Eroberer Hernán Cortés hatte mit seiner Dolmetscherin und Geliebten Malinche einen gemeinsamen Sohn. Diese Kinder der ersten Generation genossen im Gegensatz zu den gemischtrassigen Kindern aus den portugiesischen und englischen Kolonien die volle Akzeptanz des spanischen Mutterlandes, das die Vermischung nicht nur duldete sondern zum Teil sogar förderte.

Trotz der vielen Mischungen ist Mexiko immer noch das Land mit der grössten Vielfalt an Indianerstämmen in ganz Amerika. Alleine was die Sprachen betrift, unterscheidet man 84 Indianerstämme. Seit einigen Jahren bemüht sich die mexikanische Regierung gar darum, dass die Kinder nebst der Spanischen Sprache ihre eigene weiter praktizieren.

Fast 90% der Mexikaner sind Katholiken und somit gehört Mexiko nach Brasilien zur zweitgroessten katholischen Nation. Die konsequente Trennung von Staat und Kirche war die Reaktion des Staates auf die Tatsache, dass sich die katholische Kirche bis 1857 fast die Hälfte des mexikanischen Staates einverleibt hatte. Die Conquistadoren bekamen sogar noch erhebliche Unterstützung von den Inquisitoren, welche jeden "Ungläubigen" verfolgten und auf die diversen Scheiterhaufen zerrten. Zur ersten oeffentlichen Verbrennung eines Menschen kam es 1535, als der Inquisitor Zumárraga den Enkel des Aztekenkaisers Netzahualcóyotl auf den Scheiterhaufen brachte, weil er sich weder zum katholischen Glauben bekennen, noch den Conquistadoren unterwerfen wollte.

Zu einer späteren Verbrennung gibt es folgende Anekdote: Der Kazike Hatuay wurde vor seiner Verbrennung gefragt, ob er sich taufen lassen wolle, um wenigstens in den Himmel zu kommen. Er fragte zurück, ob denn auch Christen in den Himmel kämen. Dies wurde bejaht. "Sogleich und ohne weiteres Bedenken erwiderte der Kazike, dort wolle er nicht hin, sondern lieber in die Hölle, damit er nur dergleichen grausame Leute nicht mehr sehen, noch da sich aufhalten muesse, wo sie zugegen wären."

Mexiko bietet eine Vielzahl verschiedener Strände. Seichte Buchten und steile Abhänge, alles ist vertreten: weisser, gelber und auch gräulicher Sand, schroff abfallende sowie seichte Ufer, von spiegelglatter Oberfläche bis zu tosenden Wellen. Es gibt fantastische Tauchgründe und auch schon für Schnorchler tut sich eine artenreiche Vielfalt auf: es gibt nicht nur Fische und Korallen zu bewundern, sondern auch Seehunde, Wale und Delphine. Es gibt Orte, wo man jeden Abend eine andere Disco besuchen kann und Orte, wo man nur das Rauschen der Wellen hört.

Die in der Scheiz bekanntesten Strände liegen in Quitana Roo. Am bekanntesten ist wohl Cancun, welches in fast jedem Katalog über Mexiko-Reisen vertreten ist. Das Wasser dort ist kristall-blau und -klar und der Sand erinnert an Puderzucker, so strahlend weiss ist er.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass immer mehr Schweizer nach dem Motto leben "Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter kommst du ohne ihr" ?. Dies trifft auf keinen Fall auf die Mexikaner zu! Wer sich nicht benehmen kann, ist unten durch, wird ignoriert und möglichst gemieden. Vor allem beim Kennenlernen sowie bei offiziellen Anlässen, Behördengängen etc. wird sogar eine gewisse Förmlichkeit sehr geschätzt. Dies äußert sich z.B. in Floskeln wie ¡Pase adelante! ("Treten Sie doch ein!", vorher sollte man selbiges denn auch nicht tun) oder ¡Con permiso! ("Gestatten Sie!", etwa wenn man sich durch den vollen Bus drängelt).

Höflichkeit öffnet in Mexiko Herzen und Türen. Das gilt auch und vor allem in Hotels und Restaurants und auf Märkten. Ein Kellner, ein Zimmermädchen oder Bote dem der Tourist arrogant begegnet, wird selbigen mit Verachtung strafen und Trinkgeld ist in Mexiko mehr als nur eine Anerkennung guter Leistungen, denn oft lebt eine ganze Grossfamilie davon.

Mehr noch als bei uns (aber weniger als bei den Wiener  ) haben in Mexico Titel und Namen noch ihre Wirkung. Wer einen Doktor hat, wird statt mit seinem Namen mit "Doctor" oder "Doctora" angesprochen; und auch mit einem Ingenieurtitel heißt man plötzlich nur noch Sr. Ingeniero. Alle, welche ein Studium im Bereich Verwaltung oder Wirtschaft absolviert haben, schmücken sich mit dem Titel "Licenciado" und werden auch mit Sr. Licenciado angesprochen. 

Die Mexikaner aus Monterrey sind als fleißig, zielstrebig und geizig bekannt, die Leute aus Chihuahua gelten als ernst und direkt und diejenigen aus Puebla und Guadalajara als konservativ und verschlossen. Chilangos (die Menschen aus Mexiko-Stadt) seien sehr "cosmopolitan" und weltoffen, die Yucatecos sind die Berner Mexicos (etwas langsam und träge). Die Menschen aus Veracruz (Jarochos) gelten als leichtlebig und immer gut gelaunt und diejenigen aus dem Bundesstaat Guerrero haben zuweilen denselben Ruf, wie bei uns die Sizilianer: temperamentvoll, leicht reizbar und schnell mal mit den Fäusten bereit. Indios gelten als scheu und zurückhaltend. Sie schauen lieber zu Boden, als dass sie den Augenkontakt suchen. Die Weißen (möglichst rein spanischstämmig) gelten - wie koennte es auch anders sein - als arrogant.

So manche Mexikaner führen einen Touristen auf die falsche Fährte, wenn man sie nach dem Weg fraegt. Das Ehrgefühl und die Höflichkeit verbieten es vielen, eine Absage zu erteilen oder gar zuzugeben, dass sie den Weg nicht kennen. Erkennbar wird dies, wenn man noch einmal nachfragt und die Anzahl der Blöcke mit "mas o menos" (mehr oder weniger) oder die Richtung mit "por alla" (ungefähr dort) beschrieben bekommt.

Schon die kleinen Kinder haben das Lieblingswort im Mund: "ahorita" , "ahorita vengo", d.h. "gleich", "gleich komme ich" (wobei in Spanien das Wort "ahora" "jetzt" bedeutet :-) ). Hierzu muss natuerlich gesagt sein, dass dieses "ahorita" auch schon mal ein paar Minuten bis zur einer Stunde dauern kann. Wenn man sich in einem Lokal, auf einem Platz oder sonst irgendwo draussen trifft, sollte man viel Geduld und ein dickes Buch dabei haben.

 

Reisebericht:

Ciudad de México:

Leider konnten wir (ZEITTECHNISCH - ein Jahr ist eben noch immer VIEL ZU KURZ) nur einen Teil Mexikos bereisen; und zwar alles suedlich (unterhalb) Mexiko-City.

Gelandet sind wir natuerlich in der Ciudad de México (Mexiko-City), welche von den Azteken gegruendet wurde und damals Teotihuacán (Heimat der Goetter) hiess. Die Azteken nannten sich selber "Mexica";daher stammt auch der heutige Landesname.

Vier Tage lang machen wir Mexiko-City unsicher, besuchen einige Museen, fahren gar - ganz Gringo-like - mit dem Turibus bis dann am fuenften Tag Claudias Mami aus der Schweiz kommend ebenfalls in der Ciudad de México landet - natuerlich nicht ohne Salami, Salametti und MiniPic im Gepaeck  - die Freude ist RIESIG!!!

Nun zu dritt unterwegs besuchen wir die beruehmten Stadtteile bzw. Vororte San Angel, Xochoilla mit den schwimmenden Gaerten und natuerlich als ein erstes Highlight Mexikos Teotihuacan mit den beruehmten Sonnen- und Mondpyramiden.

Oxaca:

Anschliessend geht's bereits weiter in die naechste Provinz: Oxaca. Unterwegs sind wir in Mexiko uebrigens staendig in Luxusbussen, von welchen wir in der Schweiz nur traeumen koennen! In Oxaca besichtigen wir erst einmal die Stadt und nisten uns dann in einer weiteren Jugendherberge ein. Am naechsten Tag geht's dann ausgeruht und munter weiter nach Monte Alban, wo wir einen wunderschoenen Tag bei herrlichem Fotowetter (inkl. weissen Schaefchenwolken) verbringen.

Chiapas:

Eine weitere Busreise bringt uns tags darauf nach San Christobál, wo wir zuerst einmal einen Tag damit zubringen, die richtigen Touren und Touranbieter ausfindig zu machen. Am naechsten Tag geht's dann per Bus und "Schnellboot" in einen Canyon, wo wir Krokis, diverse Voegel und Aeffchen sichten. Und schon geht's weiter nach Palenque, wo wir uns zuerst einmal einen Ruhetag goennen. Tags darauf fuehrt uns unsere Tour zu den beruehmten Agau Azul und Miza Ho Faellen. Die erstgenannten machen wegen des vielen Wassers ihrem Namen jedoch gar keine Ehre und haetten besser Agua Maron genannt werden sollen  wie auch immer, spektakulaer sind sie auf jeden Fall auch so!

Nachdem wir auch die aerchologische Staette Palenque besucht haben, stehen nun Bonampak und Yxilan (schreibt man das wirklich so?!?) auf dem Programm - das erste Mal Dschungel in Mittelamerika!!! Die ueberwucherten Ruinen im Dschungel, die Schreie der Bruellaffen und die Fahrt auf dem Grenzfluss machen diesen Ausflug zu etwas echt Besonderem und zu einem weiteren Highlight unserer Reise.

Yucatán:

Bereits geht's wieder weiter Richtung Campeche, wo wir jedoch nur eine Nacht Halt machen, um dieses herzige Staedtchen besichtigen zu koennen. Und schon wieder sind wir unterwegs, diesmal nach Mérida. Hier stationieren wir uns fuer einige Tage und unternehmen Ausfluege von unserem Hotel aus. Als erstes steht Uxmal auf dem Programm, natuerlich mit der beruehmten Light- and Soundshow - top! Am zweiten Tag unternehmen Hanni und Claudia einen Tagesausflug zu den wunderschoenen Cenotes der Umgebung (natuerlich inklusive unterirdischem Bad!). Herrlich! Da man aber hier mit Pferd und Wagen unterwegs ist, kann uns Olivier leider nicht begleiten. So, der dritte und letzte Ausflug von Mérida aus fuehrt uns natuerlich zum beruehmten Chichen Itza oder wie die Gringos so schoen zu sagen pflegen: Chicken Pizza. Nun unternehmen wir unsere letzte laengere Busfahrt in Mexico, wir sind unterwegs in unsere Badeferien an der Playa del Carmen.

Quintana Roo:

Kaum dort angekommen geht Claudia bereits zum zweiten Mal in Mexico zu einem Arzt, weil ihre Ohren auch nach einwoechiger Antibiotika-Behandlung noch immer nicht in Ordnung sind. Diesmal soll es aber ein Spezialist sein. Nach drei Stunden Wartezeit, einer Spritze in den Allerwertesten und etlichen USD weniger in der Tasche, dafuer um drei neue Medikamente reicher geht's zurueck an den Strand - immerhin ist das Baden kein Problem!

Wir geniessen eine herrliche Woche, die all-inclusive Anlage, das fantastische und reichliche Essen, die leckeren Drinks, die wunderschoene Infrastruktur und das kristallklare tuerkisblaue Meer. Anschliessend heisst es Abschied zu nehmen von Claudias Mami. 
Wir ziehen auch weiter! Ueber Chetumal wollen wir durch Belize nach Guatemala einreisen. Dies toent nach einem super Plan, leider gestaltete sich dieses Unterfangen aber VIEL komplizierter, umstaendlicher und teurer als geplant... dies aber spaeter!

Add to del.icio.us Add to del.icio.us Add to reddit Add to reddit

Photos / videos of "Mexico":

[image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image] [image]
You need to upgrade your Flash Player Click here to start downloading FlashPlayer!