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Delhi, 02.01.06
6.5h (wir wussten nicht, dass es auch 30 minuetige Zeitverschiebungs-Spruenge
gibt..., ist aber tatsaechlich so!) Zeitverschiebung Zuerich/Delhi. So trudeln
wir also um 12:30 in Delhi ein und machen uns hoffnungsvoll auf die Suche
nach unserem -im Internet gebuchten- lokalen Travelguide. Die Suche blieb
erfolglos, dafuer machten wir andere Bekanntschaften und haben uns gar eine
indische SIM-Karte fuer 500 Rupien gekauft:-) Anschliessend haben wir natuerlich
sofort unseren Travelguide angerufen worauf er uns -sich ueberschlagend vor
lauter Entschuldigungen- mitteilte, er sei nun WIEDER Richtung Flughafen
unterwegs, habe er doch die falschen beiden Personen abgeholt und in unser
Hotel chauffiert...Unsere Blumenketten haben nun auch diese ANDEREN!!!
Wie auch immer, wir sind wohlbehalten in unserem Hotel angekommen und unser
Guide wollte uns pflichtbewusst alle weiteren Vouchers unserer Indienreise
aushaendigen... nur leide hatte er den Schluessel zu seiner tresorartigen
Aktentasche in der Hitze des Gefechts im Buero gelassen...
So, nun haben wir aber alles, es ist jetzt 17:45 Ortszeit und ich habe einen
Baerenhunger. Wir verziehen uns jetzt also mal raus, und sehen, ob das wirklich
stimmt, dass wir in unserem Hotel zu Abend essen sollen, weil es sonst nichts
*geeignetes* in unmittelbarer Naehe gaebe.
Also, ich begebe mich jezt aus diesem sogenannten business-center in unser
Zimmer und schaue mal, ob ich Oli noch wach bekomme... Er wollte naemlich
einen unserer zahlreicher Reisefuehrer studieren, meldete jedoch vorher,
er sei einfach zu muede...
a ja, das business-center ist uebrigens echt toll! es hat einen ganzen PC,
Jahrgang 1985! Seine Internetverbindung ist in etwa so schnell wie die indische
Effizienz in den Wechselstuben gross ist...(5 Schalterbeamten: 1 am Essen,
einer vor dem Schalter am Rauchen und den einzigen Arbeitenden Beamten am
ablenken, 1 am spazieren und einer wichtig am Notizen schreiben)
Also, in diesem Sinne, bis bald mal wieder, uns geht es gut, wir haben Hunger
(ich zumindest) und wir brauchen eine Muetze Schlaf!
Wir freuen uns jedoch schon gewaltig auf unsere Stadtrundfahrt morgen!
Nur das Beste fuer das Jahr 2006.
03.01.2006 - Delhi
Kuldip war unser 1. Reiseleiter. Wir hatten das Vergnuegen, einen Tag in Delhi
mit ihm zu verbringen. Das Amuesante daran war, dass Kuldip praktisch Schweizer ist.
Er kennt sogar Hinwil und Rapperswil und spricht perfekt Deutsch.
(Er versteht sogar Schiizerduetsch!!!) Wir hatten also einen Schweizer-Auftakt in Delhi!
Indien ist wirklich ein faszinierendes Land, mit ueberaus
herzlichen Menschen. Wir hatten das Glueck, mit locals in Kontakt zu kommen...
Sei es mit unseren Guides und Ihren Familienangehoerigen, unserem Fahrer
Vikram (Wie Vicks aber ohne S dafuer mit Rahm), einem Velo-Ricksah-Fahrer
in Delhi oder einem begnadeten Miniaturmaler in Udaipur
Ueber unsere Ankunft in der Hauptstadt Indiens seit Ihr ja bereits bestens
im Bilde... was Ihr jedoch noch nicht wisst: Direkt nach Fertigstellung des
1. Mails machten wir uns auf die Suche nach einem typischen Restaurant und
wurden im Wave bald fuendig. Nach einem schmackhaften indischen Essen (Chicken
Tandoori, Garlic Naan und einen nicht in Worte zu fassendem Dessert - welchen
wir zurueckgehen liessen...) freuten wir uns auf eine heisse Dusche nach
den Strapazen der Reise... Doch weit gefehlt!! Eine Dusche hatten wir zwar,
heisses Wasser im Zimmer generell auch... aber die Kombination von beidem
funktionierte nicht!
Claudia versuchte es also auf die harte Tour und stellte sich mutig unter den
duerftigen, dafuer umso kaelteren Duschstrahl... Oli war da weitaus cleverer
und erfinderischer: Er funktionierte kurzer Hand unseren Teekrug in eine
improvisierte Heisswasserdusche um, von welcher er natuerlich auch mit Freuden
profitierte (Also: solltet Ihr je einen Teekrug auf Eurem Hotelzimmer finden,
benutzt ihn bestenfalls als Dusche....)
Kommen wir nun aber zu unserem Programm:
Wir fanden uns (mit einem leicht schlechtem Gewissen) 15 Mmin. zu spaet vor
unserem Hotel ein. Vikram, unserer Fahrer, erwartete uns bereits mit einem
Laecheln und einem herzlichen #NAMASTEE#. Praktischerweise heisst das nicht
nur #Guten Morgen# & #Guten Abend# sondern auch noch #Auf Wiedersehen# natuerlich
haben wir uns dieses praktische multi-funkti Hindi Wort sofort gemerkt und
wenn immer moeglich #an den Inder gebracht#;-)
Von unserm Guide war noch nichts zu sehen... er befand sich auf einer Odysee
quer durch die Stadt von Hotel zu Hotel, bis er uns ca 30 Min. spaeter dann
fand. Das Warten hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Kuldip (wie coole
Sauce (Dip)) hat uns sein Delhi mit viel Geduld und Fachwissen naeher gebracht
und ruhte erst, als wir alle Sehenswuerdigkeiten besichtigt und erst noch
einen Saree fuer mich erstanden hatten (ca. um 20.00 abends).
Ich moechte Euch zwar nicht langweilen, will Euch aber auch nicht voerenthalten,
was wir in Delhi alles gesehen haben (als gehe ich das Risiko Euch zu langweilen
halt doch ein;-) :
1. Lal Kot, Qutb Minar, Qutb-al-Islam
Als Wahrzeichen Delhis gilt das Qutb Minar: schon aus weiter Ferne ist das
73m hoch in den Himmel ragende Minarett - mit den umliegenden Moscheen und
Graebern UNESCO-Weltkulturerbe - nicht zu uebersehen. Qub-al-Din Aibak, der
1. Sultan von Delhi, liess das architektonische Meisterwerk im 13.Jh. als
unuebersehbares Zeichen des islamischen Sieges errichten. Direkt daneben
kuendet die #Moschee der Macht des Islams# Qutb-al-Islam, von der Unterwerfung
der Hindu-Fuersten durch die islamischen Eroberer. Alai Darwaza, das grosse
Siegestor in der Naehe des Minaretts, wurde von Alaud-ud-Din Khilji im 14.
Jh. hinzugefuegt.
2. Baha i Temple (Lotus Tempel)
Der Lotustempel, welcher in verblueffender Weise dem Wahrzeichen Sidneys
(Opernhaus) aehnelt, vereint alle Religionen unter einem Dach. Es ist ein
ruhiger, spirituell kraftvoller Ort.
3. Grab von Humayun (Vorbild fuer das Taj Mahal)
Das Mausoleum des 2. Mogulkaisers Humayun, UNESCO-Weltkulturerbe, liegt in
einer ausgedehnten Gartenanlage. Seine Witwe liess diesen 1. grossen Mogulbau
1556-1565, der als Vorbild fuer das Taj Mahal in Agra gilt, von persischen
Baumeistern errichten. Eine weisse Zwieberlkuppel kroent das riesige Gebaeude
aus rotem Sandstein, bei dem v.a. die ausgewogenen Proportionen imponieren.
Uns faszinierte jedoch v.a. das Mausoleum des Hofcoiffeurs... tja, Coiffeur
haette man lernen sollen....)
4. India Gate
Am Boullevard Raj Path, welcher beidseits von Kolonialbauten gesaeumt ist
(heutigen Regierungsgebaeuden, trohnt der Triumphbogen des India Gate, welcher
den Gefallenen des 1. Weltkriegs gewidment ist.
5. Jama Masjid (Freitagsmoschee)
Im Auftrag von Shahjahan (dem Erbauer des Taj Mahal) wurde diese groesste
und wahrscheinlich auch schoenste Moschee Indiens gebaut. Die Hofmoschee
aus rotem Sandstein mit 3 eleganten Zwiebeltuermen aus weissem Marmor und
der von 2 40m hohen Minaretten bekroenten Gebetshalle ist ein Meisterwerk
der Mogul-architektur. Die Moschee bietet Platz fuer ueber 25000 Glaeubige.
6. Rotes Fort
Aus rotem Sandstein ist die Befestiguns- und Palastanlage des Mogulkaisers
Shahjahan gebaut. Oestlich der Altstadt zeichen sich die 16m hohen Aussenmauern
der Zitadelle ab. In der privaten Audienzhalle stand einst der beruehmte
Pfauenthron, der von Nadir Shah geraubt und als Kriegsbeute nach Persien
gebracht wurde.
7. Raj Ghat
Das Raj Ghat ist Mahatma Gandhi gewidmet (t 1948). Taeglich werden die Gedaechtnissstaetten
von Hunderten ausgesucht. Sie sind zu wahren Pilgerstaetten der Bevoelkerung
geworden.
Das naechste Mal erfahrt Ihr mehr ueber Agra, das bereuhmte Taj Mahal und das Agra Fort...
4. Januar 2006 Agra NEU per 3.3.06
Dieser Abschnitt handelt vom maerchenhaften Taj Mahal, opiumsuechtigen Mogulen, ermordeten Bruedern und eingesperrten Vaetern, von einem nahezu bankrotten Staat und von von einem Affenclan bewohntem Grabmahl.
Auf dem Weg nach Agra besuchen wir das beruehmte Grabmahl Akbars, des 3. Mogulenkoenigs in Sikandra. Dort herrscht jedoch nicht wie erwartet eine froemmige "Totenstille", sondern viel eher ein "Affenmais": Der Ort wird naemlich von einer halbzahmen Affenbande bewohnt, welche in der Hoffnung auf Futter den Kontakt mit den Menschen kein bisschen scheut! (siehe Fotos)
Anschliessend fahren wir ohne weiteren Stopp direkt nach Agra, schliesslich wollen wir an diesem Tag noch das Taj Mahal sowie das rote Agra Fort besuchen. In unserem Hotel in Agra angekommen gibt uns unser Guide eine halbe Stunde Zeit; in freudiger Erwartung endlich das Taj Mahal "live" zu Gesicht zu bekommen, verkuenden wir jedoch einhellig, 5 Minuten wuerden durchaus reichen! Mit einem milden Laecheln sagt unser Guide, wir sollen uns einfach unsere Zeit nehmen, und er wuerde uns in der Lobby erwarten. Als wir dann tatsaechlich 5 Minuten spaeter wieder "auf der Matte stehen" erwarten uns ein erstaunter Guide und ein noch erstaunterer Driver. Nie haetten sie damit gerechnet, dass wir tatsaechlich in so kurzer Zeit "ausgehfertig" wieder bereit seien. Tja, so werden die besichtigungswuetigen Schweizer unterschaetzt...
Der 1. grosse Hoehepunkt unserer Reise naht: das maerchenhafte Taj Mahal. Die kurze Fahrtzeit nutzt unser Guide dahingehend, uns alle Gegenstaende, welche man in das architektonische Wunder-Bauwerk mit hineinnehmen darf, aufzuzaehlen: Die Liste ist kurz! Wir werden eingehend gebeten, alles andere im Auto zu lassen. In der Ueberzeugung alles gefaehrliche wie Tachenlampen und Feuerzeuge zurueckgelassen zu haben, besteigen wir aufgeregt das Elektro-Baehnchen, welches direkt zum Taj fuehrt.Vor den Pforten angekommen werden wir dann erst einmal getrennt: Es gibt naemlich einen Eingang fuer Maenner und einen separaten fuer Frauen. Dort werden wir beide auseinander genommen und genaustens durchleuchtet. Drinnen warte ich ungeduldig auf Olivier (die Fauenschlange war naemlich viel kuerzer) er kommt und kommt jedoch nicht, da er noch das nicht erwaehnte aber dennnoch verbotene Sativ dabei hatte, und unser Guide deshalb nochmals raus musste;-)
Nun ist aber die letzte Huerde genommen, und wir befinden uns auf dem Taj Areal. Langsam oeffnet sich uns der Blick auf dieses faszinierende Denkmal der Liebe. Im ersten Torbogen stehend sehen wir nur das Gebaeude selbst ohne seine Minarette, im 2. Torbogen oeffnet sich der Blick auf das Taj inklusive 2 Minarette und erst im 3. Torbogend stehend, nehmen wir das Taj Mahal in seiner ganzen Groesse und Vollkommenheit in uns auf. Ein Bild, welches sich wohl jedem Besucher auf ewig in die Netzhaut einbrennt. Gilt es schliesslich nicht umsonst als das einzige in seinen Proportionen absolut harmonische und symetrisch schlicht perfekte Bauwerk auf Erden.
Wir geniessen den herrlichen Sonnenschein im Palastgarten und bestaunen das Bauwerk von allen Seiten. Die Spiegelung im Wasser ist schlichtweg perfekt und die symetrische Bauweise unuebertroffen. Unsere Erwartungen wurden sogar noch uebertroffen und so holt uns unser Guide nach dem Besuch im Inneren des Taj und einem Blick auf die Saerge Mum Taj Mahals sowie Sarjahans in dieRealitaet zurueck. Wir muessen naemlich bald los, wenn wir das in allen Reisebuechern gepriesene rote Fort noch sehen wollen.
Sajahan, der 5. Mogulenkoenig und Enkel Akbars (sein Vater ist weniger bekannt und nur seiner Opiumsucht wegen beruehmt) liess das Taj Mahal seinerzeit fuer seine Lieblingsfrau, welche er Mum Taj Mahal (Juwele des Palastes) nannte, errichten. Sie begleitete ihn zu Lebzeiten ueberallhin, so auch auf ihre letzte Reise, hochschwanger mit ihrem 14. Kind. Die Anstrengungen der Reise waren wohl zu viel, und sie erlitt eine Fruehgeburt, wobei sie ihrem 14 Kind zwar das Leben schenkte, selber aber ihr Leben liess. Auf dem Sterbebett versprach Sajahan seiner geliebten noch nicht einmal 40ig jaehrigen Gattin, ein Denkmal fuer sie zu errichten, welches Zeichen seiner unendlichen Liebe fuer sie sei.
Gesagt getan, so enstand das Taj Mahal. In den naechsten 20 Jahren arbeiteten 20`000 Maenner aus der ganzen Welt an einem Bauwerk, welches die Welt noch nie gesehen hatte: dem Taj Mahal.
Fuer uns wird es nun aber Zeit, dieses einzigartige Bauwerk zu verlassen um vom roten Fort aus den Sonnenuntergang ueber dem Taj Mahal zu geniessen.
Das rote Fort schliesst um genau 17.00 seine Pforten, wir kamen natuerlich "just in time" um 16:58 dort an und wurden von einem etwas wiederwilligen Waechter zoegernd eingelassen. Wir waren genau rechtzeitig fuer den Sonnenuntergang zur Stelle und genossen ein praktisch leeres rotes Fort. Die ganzen Touristen waren naemlich bereits fertig mit ihrer Besichtigung und anscheinend nur unser Guide war gewillt, Ueberstunden zu leisten, und seine nimmersatten Touris mit Informationen zu fuettern.
So lernten wir, dass Sajahan seine letzten Jahre eingesperrt in eben diesem Fort verbrachte und tagelang nur auf das Taj Mahal in der Ferne starrte. Entmachtet und eingesperrt von seinem eigenen Sohn, erwartete der kranke Sajahan seinen nahenden Tod. Aurungazeb, der 6. und letzte grosse Mogulenkoenig, der ehrgeizige und machthungrige juengste von Sajahans Soehnen und somit eben nicht Thron-Erbe, ermordete kurzerhand alle seine Brueder und sperrte seinen kranken Vater im Agra Fort ein. So ebnete er sich den Weg zur Macht und sicherte sich die Unsterblichkeit durch Eintrag in alle Geschichstsbuecher.
Wahrscheinlich einer der schoensten und eindruecklichsten Tage unserer Reise geht zu Ende, als wir 3 als letzte Besucher der Agra Forts von einem relativ ungeduldigen Waerter nun definitiv aus dem Fort komplimentiert werden.
Doch wir haben noch viel vor uns: Morgen erwartet uns das mysthische Fatehpur Sikri und die Fahrt nach Jaipur. Jaipur, die pinke Stadt, bildet zusammen mit Delhi und Agra das goldene Dreieck Indiens. Aber davon spaeter mehr....
5. Januar 06, Agra - Fatehpur Sikri - Jaipur NEU per 3.3.06
Dieser Abschnitt erzaelt von einer multireligioesen Poligamie, von 3 Prinzessinnen und 3 Palaesten, Brettspiel mit lebenden Figuren, dem kleinen Unterschied von Rupie und Dollar, Pink City, alten Palaesten als Unterkuenften und einem standesgemaessen Dinner mit rotem Punkt und Turban.
Aurungazeb, der letzte grosse Mogulenkoenig (zur Erinnerung: derjenige, welcher seine Brueder ermordete und seinen Vater einsperrte....) verlegte seinen Herrschersitz von Agra nach Fatehpur Sikri, welches fuer kurze Zeit als Hauptstadt des Mogulenreiches erbluehte. Der Glanz waehnte jedoch nur kurze Zeit, denn schon bald wurde die Stadt wieder aufgegeben. Historiker raetseln ueber die Gruende, Wassermangel wird jedoch als die wahrscheinlichste Ursache angesehen.
Zum ersten Mal in der Geschichte vermischen sich die fuehrenden Weltreligionen tatsaechlich. Aurungazeb vereint in seinem Harem naemlich eine hinduistische Prinzessin, eine moslimische Mogulin aus fuehrender tuerkischer Familie sowie eine christliche Prinzessin. Er hat jedoch das Pech, das keines seiner Nachkommen ueber das Saeuglingsalter hinaus kommt. In seiner Verzweiflung ueber einen fehlenden Nachkommen besucht er den Eremiten Sheikh Salim Christi, und bittet ihn um Soehne. Der Weise prophezeit ihm 3 maennliche Nachkommen; und schon bald darauf ist die hinduistische Prinzessin in freudiger Erwartung. Sie schenkt ihrem Gatten den ersten maennlichen Erben. Die christliche Prinzessin schenkt ihm kurz darauf 2 weitere maennliche Nachkommen. Die moslimische Koenigstochter bleibt somit die einzige seiner Gemahlinen, welche ihm keinen Sohn zu gebaeren vermochte. Dementsprechend klein ist auch ihr Palast, welcher jedoch von ausgewahlter Feinheit und erlesenen Schnitzereien zeugt. Es muss wohl nicht erwaehnt werden, dass der Palast der hinduistischen Prinzessin mit Abstand der groesste und prunkvollste der dreien war.
Als exzentrischer Herrscher liebte es Aurungazeb, sich die Abende mit einem etwas anderen Brettspiel zu vertreiben: Statt der ueblichen geschnitzten schwarz weissen Steinfiguren liess er Maedchen in gelben und roten Gewaendern die Spielfiguren sein.
Nach einem Spaziergang durch das mystische Fatehpur Sikri brechen wir zur Weiterfahrt nach Jaipur auf. Vorher moechte ich aber noch Fusskettchen fuer meinen bereits am ersten Tag erstandenen Saree kaufen. Da wir immer vor den fliegenden Haendlern gewarnt wurden, dachte ich, ich mache das besonders clever und merkte mir den Preis, den alle lauthals fuer zwei der besagten Fusskettchen schrien: "ten, only ten for two!" ich bat also Olivier mir 10 Rupies (ca. 30 Rappen) rauszuzaehlen, und behielt den Schein lose in meinem Hosensack. Als dann der naechste Haendler seine Fusskettchen fuer 10 anpries, hielt ich ihm prompt den Schein hin und verkuendete:" I take them, please take the requesten ten rupees." Er grinste ueber das ganze Gesicht, bereits ein gutes Geschaeft mit einer dummen Touristin witternd, und verkuendete in allem Ernst, er meine natuerlich 10 Dollar, oder wenn mir das lieber sei, nehme er stattdessen auch 10 Euros. Beschaemt ueber meine nun doch nicht so clevere Aktion, packte ich meinen 10 Rupien-Schein wieder ein und wandte mich zum Gehen. Natuerlich verfolgte uns nun eine ganze Traube fliegender Haendler bis zum Auto... Tja, alles mein Verdienst;-(
Nach dieser glorreichen Handlung machen wir uns nun auf dem Weg nach Jaipur. Dort angekommen, wird uns klar, warum es auch die "Pink City" genannt wird. Die Haeuser erstrahlen naemlich in einem warmen rosarot, welches durchaus schon als pink bezeichnet werden kann. Fuer den heutigen Tag steht nicht mehr viel auf dem Programm, wir checken noch in unserem Hotel ein, welches sich zu unserer freudigen Ueberraschung tatsaechlich als alten Palast entpuppt. Nach einer kurzen Erholungspause werden wir bereits wieder abgeholt; steht doch heute das traditionelle Rajasthani Dinner auf dem Programm. Vikram, unser Fahrer, bringt uns zum Chokhi Dhani, ueber welches wir in unserem Programm folgendes gelesen haben: "Chokhi Dhani, an ethnic resort, serving traditional Rajasthani cuisine with live music and puppet shows in an ambiance of an ethnic village." Wir stehen der ganzen Sache natuerlich aeusserst skeptisch gegenueber und erwarten eine Touristenansammlung und eine gespielte Touristen-Show mit pseudo Rajasthani Kueche...Umso groesser ist unsere Ueberraschung als wir in Chokhi Dhani nur Inder antreffen, und wir beinahe die einzigen Westerners zu sein scheinen. Wir geniessen tatsaechlich ein exquisites Rajasthani Meal, natuerlich ganz autentisch auf Kissen am Boden sitzend und - wie immer in Indien - mit der rechten Hand speisend (Ihr wisst ja bestimmt alle, fuer was die linke ausschliesslich gebraucht wird, darum ersparen wir euch das an dieser Stelle). Wir runden den Tag mit einer Fahrt im Ochsenkaren ab und freuen uns schon auf die morgige Stadbesichtigung von Jaipur!
6. Januar 2006 - Jaipur Neu per 12.03.06
Dieser Abschnitt handelt von Hary, Hary Krischna, einem einzigen Wort fuer Goetter und Affen, blauen Reinkarnationen, Sternzeichen und Aszendenten und von Chicken Naan. Des weiteren lernt ihr hier, dass Jingle Bells interkulturell immer und ueberall ein angebrachter Antwortsong ist.
Unsere erste Nacht im Heritage Hotel von Jaipur war super (tja, in so einem alten Palast schlaeft es sich halt einfach besser... vorallem nach dem ueppigen Rajasthani Dinner:-) ).
Heute starten wir unseren Tag mit dem Palast der Winde. Ein wirklich sehr eindrueckliches Bauwerk. Vorallem wenn man in Betracht zieht, dass es lediglich fuer die Mogulkoeniginnen errichtet wurde. Sie wollten naemlich auch einen ungestoerten Blick auf die Strassen der pink City werfen koennen. Da dies vom 11 km entfernten Amber Fort aus schwer moeglich war, liess der Mogulkoenig kurzerhand einen 5-stoeckigen Bau errichten, welcher nur etwa 3 Meter breit ist, und lediglich als "Beobachtungsposten" der Koeniginnen diente. Der aufmerksame Leser (gibt's den ueberhaupt?!?) mag sich nun fragen, warum dieser Palast dann "Windy Palace" oder auch "Palace of the Winds" heisst und nicht z.B. "Observation Palace". Die Antwort ist einfach: Der ganze Bau ist naemlich eine Art grosse Klimaanlage, denn der Wind pfeift ganz einfach von einem Fenster durchs andere (der Weg zwischen den Fenstern ist ja auch nicht weit, da das ganze Gebaeude nur 3 Meter breit ist...)
Nun geht's in unserem Ambassador (fuer alle Nicht-Indien-Spezialisten: das ist ein AUTO, siehe Foto) weiter zum Amber Fort. Dort angekommen schnappen wir uns erst einmal einen Elefanten, um den Aufstieg zum fantastischen Fort koeniglich zu bewaeltigen. Von Amber Fort gaebe es ganze Seiten zu fuellen, das ersparen wir Euch aber gnaedigerweise... einige von uns muessen ja schliesslich arbeiten um das BSP anzukurbeln, waehrend andere von uns durch die Welt gondeln;-)
Nun gehts auch schon weiter zur Stadtbesichtigung von Jaipur - also zurueck ins Zentrum. Dort angekommen besichtigen wir erstmal den City Palace, welcher immens gross und in jeder Hinsicht bemerkenswert ist. Hier lernen wir auch von den Reinkarnationen: Wie schon im frueher mal erwaehnt wurde, ist die hinduistische Goetterwelt mit 3.8 Millionen Goettern relativ kompliziert. Hier ein kleiner Einblick:
Die wichtigsten 3 Goetter sind:
Shiva The Destroyer Ehemann der Parvati
Vishnu The Protector
Brahman The Creator
Die Reihenfolge ist - auch wenn sie unlogisch erscheint - absichtlich so gewaehlt, denn Shiva ist der wichtigste Gott (zumindest der am meisten verehrteste der dreien). Als Zerstoerer ist er aber kein boeser Gott, wie das evtl. angenommen werden koennte, nein, er ist ein lieber Gott, denn Zerstoerung wird als etwas Positives angesehen. Ohne Zerstoerung kann es schliesslich auch keine neuen Kreationen mehr geben....
Vishnu ist der Protector, der Beschuetzer und Bewacher, und Brahman ist der Schoepfer. Umso erstaunlicher ist es, dass es in ganz Indien nur einen einzigen Brahman Tempel gibt... naemlich in Pushkar (aber davon morgen).
Eigentlich machen wir diese kleine "Goetterexkursion" ja nur, weil wir Euch ein eindrueckliches Beispiel fuer Inkarnationen zeigen moechten:
Hary Krishna ist wohl den meisten ein Begriff (Die Sekte, deren Tunika bekleidete Anhaenger wiegend und Trance-Singend im Sommer am Bellevue und im Zuerich Horn anzutreffen sind) wahrscheinlich aber wissen die wenigsten, dass Krishna die 9. Inkarnation von Vishnu ist. (Die Nummer stimmt ziemlich sicher, aber behaftet uns nicht, unsere schlauen Buecher sind alle irgendwo zwischen Indien und der Schweiz en route und der 6. Januar ist schon 2 Monate her; ausserdem haben wir seit diesem Zeitpunkt bereits 2 weiter Laender und 4 Teile Australiens bereist....:-))
Was jedoch mit 101% Sicherheit stimmt, ist, dass Krishna auf den Bildern immer blau dargestellt wird, genau wie Vishnu selbst und alle weiteren Reinkarnationen Vishnus.
Wenn wir schon von Hary Krishna reden, so moechten wir Euch mit einem weiteren universellen Hindu-Wort bekannt machen: Hary. Hary wird im alten Sanskrit (uebrigens wohl die erste geschriebene Sprache der Welt) sowohl mit Affe als mit Gott uebersetzt. Ich denke, es ist also unter anderem ein angebrachtes Wort fuer den Chef, der kann es dann verstehen, wie es ihm beliebt ;-)
Nach dem City Palace gehts nun zum Jantar Mantar Observatory, fuer uns ein Highlight von Jaipur! Unser fachkundiger Guide erklaert uns bereitwillig alle Instrumente, und wir lernen die Sonnenuhr genau zu lesen. Es ist schon verwunderlich, dass ein so altes Insturment die Zeit auf 2 SEKUNDEN genau angeben kann, wir glaubten es nicht, bis wir es ca 5x probiert hatten... Keine Ahnung warum die Schweizer fuer Qualitaetsuhren bekannt sind... die Inder waren da viel frueher (naja, andererseits waere eine 20 Meter hohe Sonnenuhr evtl. bei nebligem Wetter ein etwas grosser Klotz am Bein, aeh, Handgelenk ;-) ).
Doch im Jantar Mantar Observatory hat es nicht nur alle Arten von Zeitmessinstrumenten, sondern auch Geraete, welche die Aszendenten und Sternzeichen zeigen (sowohl lunar als auch solar) wir haben wohl zum ersten Mal begriffen, was genau der Unterschied zwischen dem Sternzeichen und dem Aszendenten ist, und warum fuer die Berechnung des Aszendenten die GENAUE Geburtszeit benoetigt wird (die genauen Erklaerungen erspare wir Euch an dieser Stelle).
Nach Programm sollte nun Mittag sein, und wir haetten den Nachmittag zur freien Verfuegung... wir sind aber erst gegen Mittag wieder im Zentrum eingetroffen und konnten uns einfach nicht vom Jantar Mantar Observatory losreissen, und so ist es nun bereits "Dinner time":-)
Wir geniessen das Abendessen in unserem Palast-Hotel und sind zeitweise die einzigen Gaest im Restaurant. Unser Kellner singt beim auftragen des Garlic Naan selbstvergessen ein Liedchen, ohne zu ueberlegen und postwendend stimmt Claudia also am 6.1.06 ein Jinggle Bells als Antwort an. Der ziemlich verwirrte Kellner schaut verdutzt zwischen uns hin und her, und als Claudia ihn daraufhin freundlich anlaechelt, erleidet Oli endgueltig einen Lachanfall, von dem er sich nur langsam und schwer wieder erholt. Der noch verdutztere Kellner verlaesst unseren Tisch und serviert die Hauptspeise ohne gesangliche Untermalung :-).
So, nun ist's Zeit fuer die Nachtruhe, morgen erwartet uns schliesslich eine lange Fahrt von ueber 300km via Pushkar nach Udaipur.
7. Januar 2006 - Jaipur via Pushkar nach Udaipur Neu per 17.04.06
Dieser Abschnitt beweist, dass Inder durchaus schnell agieren koennen und das Momentum der Ueberraschung zu nutzen wissen. Hier erfahrt Ihr, warum Zucker und Safran in keinem Leben fehlen sollte , was Reis auf der menschlichen Stirn zu suchen hat und was ein See mit dem Universum gemeinsam hat. Ausserdem werden hier die Grenzen der Heiligkeit aufgezeigt. Dieses Mail beweist ausserdem, dass Spiritualitaet und Business einander nicht ausschliessen, sondern sich gar perfekt vereinen lassen.
Heute steht die Fahrt von Jaipur nach Udaipur auf dem Programm. Unterwegs besuchen wir eine der heiligsten Staetten Indiens: Pushkar. Dort steht uebrigens auch der einzige Brahman Tempel ganz Indiens (erinnert Ihr Euch noch an die Goetter-Exkursion aus dem vorhergehenden Bericht? Brahman ist der Schoepfer....)
In Pushkar angekommen, bemerken wir bereits die etwas andere Atmosphaere: Alles macht einen irgendwie feierlichen Eindruck, das Leben spielt sich noch langsamer ab, als im restlichen Indien, ja, sogar der Verkehr ist eher gemaechlich, wenn auch reichlich... und das will echt was heissen, das kann jeder, der Indien bereiste, bestaetigen!
Hier hat es auch noch mehr Kuehe als sonst auf Indiens Strassen (auch das will was heissen - vor allem wenn man in Betracht zieht, dass diese heiligen Kuehe schliesslich stets Vortritt in Indiens Strassenverkehr haben (was wohl die einzige Strassenverkehrsregel ueberhaupt ist - wenn man mal vom Autofahrverbot fuer Auslaender absieht)). Wie auch immer, die Kuehe sind ueberall, und sie sind gar einigermassen gut genaehrt. Auch das ist aeussert atypisch fuer Indien! Die Kuh ist naemlich normalerweise so dick, wie ihr Besitzer reich ist... oder richtiger ausgedrueckt: so duenn, wie ihr Besitzer arm ist. Hier sei uebrigens angemerkt, dass die Kuehe tatsachelich noch immer heilig und unantastbar sind, das gilt immer und ueberall, ausser man ist Obsthaendler und so eine impertinente Kuh - ob nun heilig oder nicht - alles hat schliesslich seine Grenzen - wagt es, vom eigenen Obststand zu stibizen... Da muss natuerlich zu drastischen Mitteln gegriffen werden; und so wird die heilige Kuh kurzerhand mit dem naechstliegenden verfuegbaren Gegenstand geschlagen, bis das bloede Vieh zum Nachbar weiter zieht und dort versucht, sich satt zu fressen. Wenn sich der Nachbar der gefraessigen Kuh zu entledigen versucht, macht man natuerlich abfaellige Bemerkungen, wie die arme Kuh doch schlecht behandelt wird...
So, nun aber genug vom "Kuh-Exkurs", eigentlich geht es in diesem Bericht ja um Pushkar: Die heilige Stadt liegt am Ufer des heiligen Sees und der Brahma Tempel ist natuerlich ein "must see". Kaum in Pushkar angekommen, treffen wir bereits eine indische Familie. Der Vater war kuerzlich in Genf und schwaermt in den hoechsten Toenen von der Schweiz. Nach einer kleinen Erfrischung geht's direkt zum Brahma Tempel, in welchem wir auch sofort ein Paecklein bekommen. Es enthaelt neben frischen Blumen, Zucker, Reis und zwei verschiedenen Farbpulvern auch ein zweifarbiges Armbaendchen, dessen Nutzen wir spaeter noch kennenlernen werden. Der Brahma Tempel ist eigentlich nicht viel anders als alle anderen Hindu Tempel, zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinschauen bemerken wir Inschriften in allen Sprachen und Schriften der Welt: vom alten Sanskrit, ueber das allgegenwaertige Hindu, bis hin zum Arabischen, Russichen und Englischen. Vom ersten Stock aus bietet sich ausserdem ein schlicht fantastisches Panorama zum nahegelegenen heiligen See.
Dorthin werden wir nun auch gefuerht; vorbei an unzaehligen Blumenstaenden, Suesswarenlaeden und etlichen Kuehen auf den Strassen. Am See angekommen werden wir sofort - gleich nach dem Schuheausziehen - getrennt, und nun beginnt die wahre Pushkar Zeremonie, auf welche kein Reisebuch vorbereiten kann. Alles geht so schnell, dass man keine Zeit fuer Ueberlegungen, geschweige denn fuer Widerspruch hat.
Wir werden direkt zum Ufer des Sees gefuehrt und dort erhalten wir eine Einfuehrung in die Zeremonie (fuer welche wir uns gar nicht entscheiden konnten... tja, es gibt Situationen, da sind sogar die gemuetlichen Inder so schnell, dass man schlicht ueberrollt wird... wobei, das gibt's wohl definitiv nur in Pushkar!) Wie auch immer, unser Paecklein aus dem Brahma Tempel wird auf jeden Fall auf einem Bananenblatt geoeffnet und der Inhalt fein saeuberlich angeordnet. Nun wird uns erklaert, dass der Reis fuer ein gutes Essen auf dem Tisch und einen immer gefuellter Magen steht (etwas sehr elementares in Indien). Der Zucker soll das Leben versuessen, die frischen Blumen bringen Schoenheit in die Alltaeglichkeiten des Lebens und lassen die Beziehungen zu den Mitmenschen aufbluehen, die beiden Farben symbolisieren einerseits Reichtum (gelber Safran) und Lebensenergie = Blut (rotes weiss-ich-was-Pulver). Das Bananenblatt ist das Lebensvehikel (so wie Shiva - der Zerstoerer - immer auf Nandi - seinem Bullen - reitet) und das Ganze wird nun in einer feierlichen Zeremonie einzeln dem Universum (dem heiligen See Pushkars) uebergeben. Natuerlich nicht ohne uns zu fragen, wieviele Mahlzeiten wir spenden werden:-)
Mit dem Lebensenergie-Pulver wird ein roter Punkt auf die gerunzelte Stirn unseres erstaunten Gesichts gemalt. Bevor wir uns von der Ueberraschung erholt haben, werden auch bereits mehrere Reiskoerner in die feuchte Farbe gedrueckt. Et voila, fertig ist der Look fuer den heutigen Tag:-)
Nach dieser Zeremonie kommt das mysterioese zweifarbige Armbaendchen zum Einsatz: Es wird naemlich jedem Pilger, welcher die Zeremonie bereits durchlaufen hat, ums Handgelenk gewunden, damit auch alle "Priester" wissen, das der besagte Tourist - sei es inlaendisch oder auslaendisch - nicht mehr fuer ein Ritual und - viel wichtiger- fuer eine Spende zu haben ist...
Ehrlich gesagt, hatte die Zeremonie echt ihren Reiz und war eine Erfahrung, welche wir wohl nicht so schnell vergessen werden, ausserdem hat sie den Geschaeftssinn der Inder bewiesen;-)
An den Ufern des Sees kann so einiges beobachtet werden, denn die Hindus kehren bevor wichtigen Ereignissen zum heiligen See zurueck und unterziehen sich weiterfuehrenden Ritualen wie z.B. dem Bad im heiligen Wasser. Dies ist tatsaechlich ein Vollbad im tureben Nass, welches unbekleidet oder lediglich in ein weisses Tuch gehuellt, zelebriert werden soll.
Nach all diesen Pushkar Eindrucken machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Udaipur und machen lediglich noch in Nagda Halt, um durch die dortigen Ruinen zu schlendern und den ereignisreichen Tag ausklingen zu lassen.
Abends erreichen wir nun Udaipur, die Stadt der Seen. Wir beziehen Quartier un inserem Heritage Hotel mit Sicht auf den wunderschoenen Lake Pichola und geniessen das atemberaubende Panorama beim Nachtessen.
Morgen steht die Stadtbesichtigung Udaipurs auf dem Programm, welche wir bereits gespannt erwarten.
8.Januar 2006 - Udaipur, die Stadt der Seen Neu per 26.04.2006
Dieser Abschnitt erklaert warum Kamele, Elefanten und Pferde auf keiner
Hochzeit fehlen duerfen und hier erfahrt Ihr ausserdem, wieviel auf einem
Reiskorn Platz hat; das geht auf keine Kuhhaut;-)
Nach dem Fruehstueck werden wir von unserem sympatischen Fahrer Vikram und
unserem Reiseleiter fuer den heutigen Tag in Empfang genommen. Unser heutiger
Guide ist in unserem Alter und sehr stolz auf die Tatsache, dass er bereits
an einem Ort ausserhalb seiner Geburtsstadt gewesen ist. Es freut ihn natuerlich
umso mehr zu hoeren, dass wir genau von da kommen und Jaipur also ebenso
kennen. Wir sind alle drei sehr begeistert von Jaipur, der Pink City, auch
wenn in unserem Reisefuehrer steht, dass Udaipur wohl die schoenste Stadt
Indiens sei. Ja, da sind wir mal gespannt, denn heute gilt es, die Stadt
der Seen zu erkunden. Interessant ist auf jeden Fall, dass kein einziger
See in Udaipur natuerlichen Ursprungs ist. Die Stadt war den Mogulenkoenigen
schlicht zu trocken; und darum haben sie Seen und Bewaesserungsanlagen erschaffen.
Fuer uns heute kaum vorstellbar; lediglich die Symetrie der Seen scheint
uns ein Hinweis auf deren kuenstlichen Ursprung zu sein.
Unseren ersten Stopp machen wir beim Jagdish Temple, dem schoensten und
bekanntesten Tempel Udaipurs. Der Tempel wird von steinernen Elefanten bewacht
und von Blumenstaenden gesauemt. Da wir morgens dort eintreffen, herrscht
reger Betrieb: Viele glaeubige Hindus kommen naemlich taeglich vor Arbeitsantritt
zu einer kurzen Andacht zum Jagdish Temple. Uns fasziniert das farbenfrohe
Treiben, und wir nehmen die Architektur des Tempels erst richtig war, als
die Glaeubigen nach ihrer kurzen Andacht den Tempel wieder verlassen haben.
Die Waende sind voller Darstellungen aus dem Kamasutra und ausserdem laufen
nun im Tempelhof mehrere Kuehe frei rum.
Unser naechster Stopp fuehrt uns zum City Palace - jede groessere Stadt
hat einen, aber keiner ist wie der andere, lediglich der Name ist gleich.
Udaipurs City Palace liegt natuerlich - wie koennte es auch anders sein
- an einem See, und zwar am schoensten in und um Udaipur, dem Lake Pichola.
Ein grosser Teil des City Palaces ist fuer die Oeffentlichkeit gesperrt,
denn dort leben noch immer die Nachfahren des letzten Mogulenkoenigs. Wir
erhaschen einen Blick auf das private Grundstueck und die tollen Gefaehrte
davor. Als wir dann die Crystal Gallery besichtigen, koennen wir uns lebhaft
vorstellen, wie es zu Zeiten des letzten Mogulenkoenigs in diesem Palast
ausgesehen haben muss - einfach fantastisch! Nach der atemberaubenden Crystall
Gallery trinken wir einen Tee in der weltberuehmten Durbar Hall, welche
gigantisch gross ist und von riesigen Kronleuchtern erhellt wird. Aufmerksame
Kellner mit weissen Handschuhen servieren sofort den gewuenschten Tee -
wir waehlen natuerlich den landestypischen Masala Tschai, was soviel wie
Gewuerztee heisst und ausgezeichnet schmeckt. Nach dieser Teezeremonie sind
wir auf die Rechnung gespannt und erwarten eine gewuerzte Summe... Das schoene
ist jedoch, dass Tee und Kekse bereits im Eintrittspreis enthalten sind.
Frisch gestaerkt geht's nun weiter zum Sahelion Ki Bari, dem Garten der
Prinzessinnen. Wir spazieren durch einen wunderschoenen botanischen Garten
mit zig Brunnen und den schoensten exotischen Pflanzen. Nach diesem Spaziergang
geniessen wir das Mittagessen und die tolle Aussicht am Ufer des Lake Pichola.
Anschliessend erkunden wir eben diesen See per Boot und gelangen zu einer
Insel, welche den wunderschoenen Wasser Palast (Jagmandir Palace) mit Aussicht
auf die ganze Stadt Udaipurs beheimatet. Die Legende besagt, dass Shajahan,
der Erbauer des Taj Mahals, hier die Inspiration fuer das schoenste Gebaeude
der Welt erhielt.
Jaipur und Udaipur sind die beiden Staedte Indiens, welche fuer hochkaraetige
Miniaturmalereien beruehmt sind. Wir lernen einen wahren Meister auf diesem
Gebiet kennen und erfahren von ihm, dass er bereits Ausstellungen in Luzern
hatte. Er zeigt uns einige seiner Arbeiten und die Technik, welche angewendet
wird. Um uns zu verdeutlichen, wie praezise diese Arbeiten gemalt werden,
laesst er sich ein Reiskorn bringen, auf welches er in seiner gestochen
scharfen Schrift "Olivier loves Claudia, Udaipur, India - 8.1.06" schreibt.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir keine Ahnung, was alles auf ein Reiskorn
passt:-)
Uns gefallen die Darstellungen von einem Kamel, einem Elefanten und einem
Pferd, welche jeweils in einen Kreis oder ein Quadrat gezeichnet, entweder
horizontal oder vertikal angeordnet werden, am besten. Da sich dieses Motiv
immer wieder wiederholt, fragen wir nach der Bedeutung und lernen, dass
jedes Paar zur Hochzeit eine solche Darstellung erhaelt. Das Kamel symbolisiert
naemlich "Love", das Pferd "Power" und der Elefant "Luck".
Rechtzeitig auf den Sonnenuntergang kehren wir in unser Heritage Hotel zurueck
und geniessen die Abendstimmung auf dem Dach, als es jedoch in den Baeumen
ruettelt und schuettelt merken wir, dass wir nicht alleine sind...Eine ganze
Affenhorde hat sich ebenfalls eingefunden um den Tag mit Blick auf den See
mit der untergehenden Sonne ausklingen zu lassen.
9. Januar 2006 - Kumbhalgarh Neu per 19.05.06
Dieser Abschnitt handelt von 360 Tempeln, von der zweit laengsten Mauer der Welt,
von Breitenmassen, welche wir eher weniger kennen, von grossen Hemdentaschen,
einem stilgerechten Saree Top sowie von Dan Browns "Deception Point".
Heute steht ein weiterer Hoehepunkt unserer Indienreise auf dem Programm:
das Kumbhalgarh Fort - das einzige Fort, welches nie von den Mogulen erobert
wurde.
Wir haben schon einiges darueber gelesen und entsprechend hoch sind unsere
Erwartungen - umso erstaunter sind wir, als diese noch weit uebertroffen
werden.
Das Kumbhalgarh Fort ist von der zweitlaengsten Mauer weltweit umgeben -
ein Mauerwerk von 36 Kilometer Laenge, welches von Rana Kumbha erbaut wurde.
Das wirklich erstaunliche an dieser Mauer ist aber nicht ihre imense Laenge,
sondern viel eher ihre Breite, welche folgendermassen beschrieben wird:
"a 36 kms long wall on which 6 horses can run at time". Wer nun also ein Metermass
erwartet hatte wird enttauescht. In keinem Reisefuehrer und von keinem lokalen
Fuehrer wird je die Breite in Metern angegeben, sondern eben lediglich von
der Anzahl Pferde, welche gleichzeitig nebeneinander galoppieren koennen,
bestimmt. Auch wenn dieses Breitenmass fuer uns doch eher ungewoehnlich
ist, steht auf jeden Fall fest, dass diese Mauer BREIT ist.
Wie auch immer, das Interessante an Kumbhalgarh ist schliesslich nicht seine
Schutzmauer sondern das Fort und die immerhin 360 Tempel innerhalb der Fortanlage.
Wir hatten mal wieder das Privileg einen besonderen Guide zu haben; naemlich
den Waechter des Forts persoenlich. Seine Eltern lebten noch bis zu seinem
10 Lebensjahr im Fort, und so wurde auch er in den altehrwuerdigen Gemauern
geboren. Stolz zeigt er uns den Teil, welcher von seiner Familie bewohnt
wurde bis die Regierung das Gebauede unter Denkmalschutz stellte und somit
auch den Fortwaechter und seine Familie umsiedelte. Nun lebt er mit seiner
Frau und den drei Kindern am Fusse des Forts in einem irgendwie provisorisch
anmutenden kleinen Doerfchen.
Auf dem Nachhauseweg (nach Udaipur) bringt uns unser Fahrer Vikram noch
zu einem typisch indischen Schneider, bei welchem er auch einen Saree fuer
seine Frau machen liess. Wir gehen mit der Absicht hinein, uns das Ganze einfach
mal anzuschauen und kommen auch mit leeren Haenden wieder raus - aber nicht
weil wir nichts gekauft haetten, sondern lediglich, weil das Gewuenschte
erst einige Stunden spaeter ins Hotel geliefert wird;-) Olivier hat sich
einen feinen blauen Stoff fuer ein massgeschneidertes Hemd ausgesucht (welches
umgerechnet immerhin ca. 10 CHF kostet) und Claudia laesst sich nun endlich
ein stilgerechtes Top zu ihrem Saree machen (welches gar 3 CHF kostet). Wenn
uns die ausschliesslich indische Kundschaft noch nicht restlos vom typisch
indischen Schneider ueberzeugt hatte, so doch bestimmt die gar nicht touristischen
Preise! Gespannt erwarten wir also unsere "Lieferung", welche fuer 3 Stunden
spaeter avisiert wurde.
In Udaipur angekommen zieht es uns wieder in den Shop gleich vor unserem
Hotel - irgendwie haben wir dort jeden Tag Halt gemacht, sei es fuer Internet,
Kaugummi, Getraenke, ein Schwaetzchen oder - wie in diesem Falle - fuer
ein gutes Buch! Claudia hat sich bereits das viel geruehmte autobiographische
Buch "A Princess Remembers" gekauft, doch heute waren wir auf der Suche
nach etwas spannendem. Wie immer wurden wir fuendig und spazierten mit Dan Browns
"Deception Point" wieder aus dem Shop. Erst viel spaeter (naemlich in Australien)
sollten wir feststellen, dass dieses Schnaeppchen nur ein vermeintliches
war: Als einige Seiten doppelt vorhanden waren, wurden wir misstrauisch,
aber als die Seiten 516-527 ganezlich fehlten wurde der Lesespass doch um
einiges geschmaelert... Gut gibt es Woolworth, dort sind naemlich neben
Lebensmitteln auch einige Buecher erhaeltlich - also gestaltete sich unser Shopping etwas
ausgedehnter; wollten doch die fehlenden Seiten noch verschlungen werden!
Puenktlich nach 3 Stunden wurden unsere Kleider geliefert, Claudias Saree
Top war einfach perfekt und Oli's Hemd passte wie angegossen - wenn da nicht
die Brusttasche gewesen waere... Diese hatte naemlich in etwa den Umfang
von einem Glarnertuechli :-)
Langsam geht unsere Indienreise ihrem Ende entgegen, umso mehr freuen wir
uns auf unsere einzige Zugfahrt - was in Indien ein rechtes Abenteuer sein
kann - von Ahmedabad nach Mumbai, welche am 11. Januar auf dem Programm
steht. Morgen ist also der letzte Tag mit Vikram und unserem Embassador - wir werden
die beiden echt vermissen und machen bereits Plaene fuer eine spaetere Indienreise
mit Vikram!
10. Januar 2006 - Ahmedabad Neu per 17.01.2006
Dieser Abschnitt handelt von der Kunst einen Saree zu binden, vom Mitleid dreier Inderinnen, von Gandi, Tempeln, Moscheen und einer Riksha statt unserem Embassador.
Ahmedabad steht nur fuer sehr wenige Touristen auf dem Programm, und wenn, dann vor allem als reine Durchreisestadt und lediglich als Einstiegsort fuer den Shatabdi Express Train. Auch wir werden am naechsten Tag das Abenteur Shatabdi Express unter die Schienen nehmen, Ahmedabad hat uns jedoch schon von zu Hause her interessiert, und so erleben wir heute eine Stadtrundfahrt per Rikshataxi. Claudia hat ihren acht Meter Sareestoff ziemlich gekonnt - und sogar ohne die mitgegebene Zeichnung - um ihren Koerper geschlungen. Mit ihren klingenden Fussbaender ganz India like:-) Vikram strahlt, als er uns in Empfang nimmt, und auch unser Rikshafahrer scheint sich auf die Stadtbesichtigung zu freuen.
Als erstes wird uns ein Hindutempel gezeigt; natuerlich ein Bild der Vertrautheit. Vikram und unser Rikshafuehrer uebertrumpfen sich gegenseitig mit Bemerkungen zu Statuen und der Architektur. Im Innern wird Claudia jedoch von drei Inderinnen zu sich gewunken. Etwas unsicher macht sie sich auf den Weg. Alle drei strahlen Sie an, nehmen sie in die Mitte, schirmen sie gegen jegliche Blicke ab und beginnen den Saree neu zu binden - da blickte doch tatsaechlich ein kleines Stueck Unterkleid hervor, was natuerlich nur den Frauen auffiel:-) Stolz auf ihr Werk begutachteten sie Claudia, um jedoch ploetzlich lautstark ihr Mitleid mit den fehlenden Armreifen zu bekunden! Keine Inderin geht je ohne ihren kitschigen goldenen Armschmuck aus dem Haus. Je mehr Armreifen baumeln, desto besser! Bei Claudia glitzert und glaenzt jedoch gar nichts, und so zitieren die drei Schwestern den vermeintlichen Ehemann zu sich und reden ihm ins Gewissen, Claudia asap mit dem unverzichtbaren Schmuck auszustatten.
11. Januar 2006 - Ahmedabad Neu per 17.01.2006
Dieser Abschnitt handelt von den fleissigen indischen Gepaecktraegern, dem Abschied von Vikram, einer Zugfahrt ohne Pannen und einer kanadischen Meute in Mumbai
Endlich koennen wir ihm die in Kumbhalgarh erstandenen typischen Rajasthani Kleidchen fuer seine beiden Kinder sowie den Schmuck fuer seine Frau ueberreichen - das Strahlen auf seinem Gesicht werden wir wohl nicht so schnell vergessen!
Am Bahnhof laeuft entgegen den Erwartungen alles wie geschmiert. Der kleine, drahtige, fleissige Gepaecktraeger laedt sich unser Rucksack mit Leichtigkeit auf den Kopf und schnappt sich noch diverse andere Gepaeckstuecke, welche irgendwie in der Naehe stehen.
Unsere Zugtickets - fuer deren Organisation ein typischer Tourist ca. 2 Tage benoetigen wuerde - halten wir dank unserem indischen Organisator bereits in den Haenden und unsere Namen sind sogar an einem Blatt am Zugwagen aufgefuehrt. Wir sind begeistert - nun kann die 2. Etappe Indiens beginnen!
Vom Bahnhof in Mumbai werden wir bei vollstaendiger Dunkelheit direkt in unser Hotel gebracht. Im Lift werden wir von einer riesigen kanadischen Reisegruppe beinahe erdrueckt und Claudia verstehe die Welt nicht mehr, als ploetzlich einige Touristen ganz begeistert verkuenden, wir sollten sie doch begleiten, es sei doch immer toll, in der Ferne Landsleute zu treffen...
Erst spaeter wurde uns klar, dass wohl Claudias UBS Canada Team Shirt fuer Verwirrung gesorgt hatte:-)
12. Januar - Mumbai Neu per 17.06.2006
Dieser Abschnitt handelt von frechen Aeffchen, Ganesch, dreikoepfigen Goettern, weitgereisten, heimzubereiteten Lunchpaeckli, dem Joker Uncle, von haengenden Gaerten (Malabar Ha) und dem Abschluss von Indien - welcher sogar nach so langer Zeit noch immer schwerfaellt...
Morgens werden wir von unserem Reiseleiter fuer den Tag abgeholt, ein Inder mit Mongolischer Abstammung, die Kinder in seinem Block nennen ihn nur den Joker Uncle! Irgendwie passt das zu ihm... sowohl optisch als auch rein humortechnisch. Wir verleben einen amuesanten und ueberaus interessanten Tag mit ihm! Es stehen heute viele Highlights auf dem Programm: so wollen wir Gateway of India, den Steinernen Bogen aus dem Jahre 1911 am Hafen passieren und nach Elephanta uebersetzen. Uns war zwar bewusst, dass die Insel Elephanta ueber 500m2 Hoehlentempel verfuegt und beruehmt fuer ihre Skulpturen und Panels ist - wir haetten uns jedoch nie erhofft, dass wir einen Fuehrer haben wuerden, der uns zu den Darstellungen die passenden Geschichten liefern kann! Wir wollen Euch natuerlich nicht mit Details langweilen, aber eine Geschichte wollen wir Euch an dieser Stelle nicht vorenthalten.
Der elefantenkoepfige Gott Ganesch ist bestimmt vielen ein Begriff, doch weiss jemand, wie er zu diesem Kopf gekommen ist? Also, das war folgendermassen: Parvati, die Gattin des Shiva (Zerstoerer) wollte eines Nachmittags gemuetlich ein Bad nehmen, waehrend ihr Mann in den Waeldern unterwegs war, und sie demzufolge niemand hatte, der ueber sie wachen koennte. Sie erschuf also kurzerhand aus eigenen Hautschuppen ihren Sohn Ganesch, und beauftragte ihn, niemanden zu ihrer Badestelle vorzulassen. Als Shiva zurueckkehrte und seine Gemahlin sehen wollte, verwehrte ihm Ganesch, welcher ja nicht wissen konnte, dass Shiva der Gemahl seiner Mutter und somit im Goetteralltag sein Vater war, den Weg. Dies liess sich Shiva natuerlich nicht gefallen und schlug dem sturen Ganesch den Kopf ab, um zu seinem Grund und Boden vorzudringen. Die verzweifelte Parvati beklagte den Tod ihres Sohnes und trug Shiva auf, dem ersten Tier, welches Ruecken an Ruecken mit seiner Mutter stand, den Kopf abzuschlagen und fuer Ganesch nach Hause zu bringen. Der untroestliche Shiva kehrte mit einem Elefantenkopf fuer seinen Sohn zurueck, und so kam Ganesch zu seinem ungewoehnlichen Haupt. Shiva verzeihte sich nie ganz, was er seinem Sohn angetan hatte, und so kam Ganesch in den Genuss einiger Privilegien. Ein gutes Beispiel dafuer ist, dass jeder Hindu immer zuerst zu Ganesch betet und dass bis heute fast jeder Tempeleingang mit dem Haupt Ganeschs geschmueckt ist.
Die beruemteste Darstellung Elefantas zeigt jedoch nicht Ganesch, sondern den grossen Shiva. Es ist das Trimarthi, oder die dreikoepfige Darstellung Shivas als Zerstoerer, Bewacher und Schoepfer, das wohl einzige Relief, welches die drei wichtigsten Goetter in nur einem vereint.
Die zahlreichen frechen Aeffchen auf Elefanta, scheinen sich weder fuer die grosse Goetterwelt, noch fuer die vielzaehligen Kulturschaetze der Insel zu interessieren, sie stellen lieber den Touristen nach und verschaffen sich so, die eine oder andere Getraenkepackung, welche gekonnt ausgeschluerft wird.
Zurueck auf dem Festland Mumbais wundern wir uns, ueber die vielen Paeckli, die ueberall beinahe gleichzeitig ausgeliefert werden. Unser Joker Uncle weiss natuerlich auch hier Bescheid: Die Ehefrauen kochen das Mittagessen fuer ihre Maenner und uebergeben das heisse Paeckli einem Kurier, welcher das Ganze dann irgendwie tatsaechlich in nuetzlicher Frist an den richtigen Mann bringt. Unvorstellbar aber wahr!
In den haengenden Gaerten (Malbar Har) geniessen wir einen entspannenden Spaziergang und koennen uns gar nicht satt sehen. Auf die Tuerme des Schweigens, auf welchen noch immer die Toten der Parsi, einer fuehrenden Bevoelkerungsschicht Indiens, Luftbestattet werden, gehe ich an dieser Stelle vielleicht besser nicht ein...
Es gaebe noch so viel ueber Indien zu berichten, von Aurungabad, dem Ausgangsort fuer die wunderbaren Ajanta und Elora Caves, von unserem letzten Guide, welcher auf der ganzen Tour Hochzeitsanzeigen fuer seine Tochter verteilte, uns in sein zu Hause und gar zum grossen Tag seiner Tochter einlud, von Klaengen, Farben, Geschmaecken, Tantra und unseren relaxten Badeferien in Goa, von Alt-Hippies in gehaeckelten (!) Tangas und ja, vor allem von Menschen...Die Zeit vergeht jedoch einfach viel zu schnell und irgendwie sind wir noch immer in Indien steckengeblieben, obwohl wir doch laengst im Sueden von Mexico sind...
Das soll sich nun aendern!
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