Whitsunday Group, Australia
20° 9' S 149° 4' E
Oct 24, 2009 23:30
Distance 41km

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Great Barrier Reef/Whitsundays, Queensland, AUS

Text written in: English

An diesem Morgen müssen wir um sechs raus, denn um acht werden wir an der Abel Point Marina erwartet, wo uns ein Jet-Katamaran der Whitsunday Cruises zu den Inseln bringt. Wir haben den Three-Island-Cruise gebucht, der uns zunächst nach Hook Island zum Schnorcheln am Riff und Fischefüttern bringt. Alles ist wie immer extrem gut organisiert und die Crew ist supernett und ziemlich locker. Für Touris ist die Organisation hier ein logistischer Traum....

Wir werden in zwei Gruppen geteilt, eine zum Baden, eine zur Fahrt mit dem Half-Submersible. Wir gehen zuerst ins Wasser und zwängen uns dazu in hautenge Stinger-Suits, Nylonanzüge, die gegen mögliche Stiche von Quallen helfen. Es begegnet uns allerdings keine einzige Qualle. Dann werden wir am Strand abgeladen und paddeln 30 Meter hinaus. Das Riff ist schon am Strand unter uns, so nahe wie hier hatten wir es noch nicht an der Oberfläche. Die Korallen beginnen keinen Meter unter uns. Eine fantastische Landschaft. Der Life Guard wirft vom Boot aus Brot ins Wasser, mitten unter uns Schnorchler, und wir sehen Fische aller Arten, die direkt vor unserem Gesicht schwimmen. Auch ein sehr großer Barramundi (ich schätze ihn auf locker eineinhalb Meter und mindestens zwanzig Kilo) schwimmt in einer Körperlänge Entfernung vorbei. Ich kann nur hoffen, daß die Unterwasserkameras gut funktionieren und wir schöne Fotos bekommen. Wir haben sehr viele Fotos gemacht. Allerdings müssen diese erst altmodisch entwickelt werden und sind erst nach unserer Rückkehr online.
Leider müssen wir nach einer Stunde schon wieder aus dem Wasser. Es war unser bester Schnorchelausflug, einfach wunderbar! und mittlerweile funktioniert es mit dem Schnorcheln auch problemlos. Die nächste Gelegenheit dazu wird sich wohl nur noch auf Fraser Island bieten, und dort nur im See. Im Meer kann man dort wegen der zahlreichen Haie (und ich meine gefährliche Haie wie Tiger Shark und Bull Shark, und das ist kein Touri-Schreckgespenst, die gibts dort wirklich!) nicht baden.

Wir werden mit der zweiten Gruppe getauscht und erleben zunächst die Fischfütterung am Kai, das etwa drei Meter über dem Wasser thront. Hier kommmen die großen bunten Fische, alle bis etwa ein, zwei Meter groß. Darunter auch ein sehr bunter Fisch, grün, blau, orange, gelb, mit roten Flossen, den ich gerne aus der Nähe gesehen hätte. Ganze Schwärme bunter Fische sind überall, es ist genial. Dann steigen wir hinunter ins Historical Underwater Observatory, in dem man zwei Meter unter der Wasseroberfläche durch enge Luken das Riff sehen kann. Nicht so spannend, da die Fenster so zerkratzt sind, daß man alles wie durch einen Schleier sieht. Danach besteigen wir das Semi-Submersible. In diesem Boot steigt man hinunter unter die Wasserkante und sieht durch große Fenster den Meeresgrund. Wir schippern hinaus zu einem besonderen Platz, den Coral Gardens. Und dort sehen wir das Riff noch einmal eine halbe Stunde lang trockenen Fußes. Es ist fantastisch, was für eine unglaubliche Artenvielfalt sich hier tummelt. Es ist wunderschön. Hier tummeln sich auf einem Quadratmeter mehr Arten als irgendwo sonst auf der Welt. Kein Wunder, daß das Great Barrier Reef Weltkulturerbe ist (World Heritage) und unbedingt erhalten werden muß. Globale Erwärmung allerdings macht dem Riff schwer zu schaffen, und unser Meeresbiologe meinte, in 50 Jahren gibt es das Riff so nicht mehr. Die Korallen brauchen einen relativ engen Temperaturbereich, um zu wachsen (wenige Grad nur), und bei 32 Grad ist Schluß. Dann sterben die für die Korallen notwendigen kleinen Symbionten, Krill-artige Krebse, und die Korallen "bleichen" (Coral Bleaching). Das machen sie eine Weile mit, aber irgendwann ist Schluß. Touristenboote dagegen stören nicht, die Tour-Guides achten darauf, wo man schnorcheln und tauchen kann und geben auch Tipps, was man nicht machen darf. Wie es einer der Biologen sagte - don't touch the corals, they cut you deep and the cuts bleed a lot, and you will attract other fish, BIG fish.... Und er meinte keinen harmlosen Barramundi.... ;-)

Wieder an Bord gibt es ein kleines Buffett - ziemlich australisch, Kartoffeln in Mayo, Nudelsalat, kaltes Hühnchen, Brot. Aber wir sind hungrig wie die Wölfe! Während wir futtern, bringt uns der Jet-Katamaran nach Whitsunday Island, der größten, aber unbewohnten Insel. Dort werden wir am 6 Kilometer langen strahlend weißen Sandstrand ausgesetzt. Das Boot fährt direkt an den Strand, und wir gehen von Bord wie an Omaha Beach.... Es sieht wirklich  fantastisch aus, aber es sind definitiv zu viele Leute hier. die Postkartenfotos werden vom Helikopter aus am Morgen oder späten Nachmittag gemacht, wenn keine Tourboote dort sind, wie unser Skipper erzählt. Der Sand ist anders als alles, was ich je gesehen habe, sehr weiß und mit der Konsistenz fast von Mehl. Wir hüpfen ins klare, blaugrüne Wasser, es gibt keine Stinger hier, man kann bis auf den Grund sehen, vier, fünf  Meter tief. Es ist wie in den Tropen. Upps, wir SIND ja in den Tropen. Genial! Allerdings brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel, und trotz Faktor 50 gehen wir bald in den Schatten zurück und bleiben dort den Rest der Stunde, die wir haben. Es gibt trotz Ozonloch hier Leute, die sich wirklich braten und krebsrot zurückfahren. Ich frage mich, ob denen wirklich klar ist, was erhöhte UV-Strahlung bedeutet. Nun ja, in zehn Jahren werden sie merken, daß es ein Fehler war.... Dummheit stirbt eben nie aus!

Das Boot holt uns wieder ab, und mit einem Obstbuffet (das bei dieser Hitze wirklich Klasse schmeckt, Melone, Ananas, Trauben, mmmmmh!) werden wir weiter gefüttert. Das Boot setzt uns und ein paar andere auf Long Island ab. Dort sitzen wir eine Stunde am Strand,  ich habe endlich ein eiskaltes Bier, und wir schauen auf das grüne Meer hinaus. Und plötzlich hoppelt etwas am Strand entlang - mein erstes SKIPPY! Ein Wallaby hoppelt zu den Strandgästen und bettelt mit den Vorderpfoten um Futter. Als keine Reaktion kommt, fängt es an, den Rucksack eines Gastes auszuräumen, Wie Nicole sagt - sie sind sehr opportunistisch und halten einen sogar am Arm fest, bis sie Futter bekommen. Nun, heute Abend werde ICH Kangaroo essen! Hahahaaa!

Wir besteigen nachmittags um zwanzig nach vier die Cruise Ferry, die uns über zwei Stopps an Resorts zurück in die Abel Point Marina bringt. Die meisten Inseln hier haben ein oder zwei Resorts, wo man sich wohlfühlen kann und die sehr schön aussehen, direkt am Strand unter Palmen. Nur Whitsunday Island, die größte Insel, ist unbewohnt. Auf Hamilton Island, einer der kleineren Inseln, gibt es eine ganze Stadt mit eigener Schule, Bank, Post, Supermarkt und sogar einem Flughafen, wo Quantas, JetAir und VirginBlue die ganze Ostküste bis nach Sydney bedienen. Es ist DER Fughafen, um die Whitsundays zu erreichen. Dort gibt es auch Hotels am Strand, die für eine Nacht 6000 Aussie-Dollar nehmen (!) - dafür wird man 24 Stunden bedient, inklusive aller Mahlzeiten zu jeder Zeit und allen Getränken, auch Alkohol. A bisserl übertrieben, dieses Reichen-All-Inclusive....

Wir kommen erschöpft und müde, aber glücklich, in der Marina an, und gottseidank sind wir mit dem Wagen hier. Wir hätten keine Lust mehr, zu Fuß eine halbe Stunde den Berg hoch zu laufen.

Nach einer erfrischenden Dusche gehen wir zu KC's zum Essen. Unsere Bedienung ist ein junges Mädel aus Bad Endorf bei Rosenheim... die Welt hier IST klein.... Ich esse Kangaroo-Filet mit Chips und Salat, und Nicole macht sich über Crocodile mit Baked Potato und Salat her. Das Essen ist wirklich supergut, und mit überfülltem Bauch wanken wir satt nach Hause und hauen uns ins Bett. Morgen gibt es einen Ruhetag, an dem wir nur abhängen, Blog und Karten schreiben, und es uns nachmittags an der Strandlagune gut gehen lassen!

Es ist Montag und ein ruhiger und wenig aufregender Ruhetag in Airlie Beach liegt hinter uns. Wir haben lang geschlafen, auf dem großem Balkon mit herrlichem Blick auf die türkisblaue Bucht lecker gefrühstückt (Toast mit Butter und Passionsfrucht-Marmelade, Kaffee), den Kakadu, der uns besucht, mit Toast gefüttert, und uns anschließend in Ruhe in die Dusche begeben. Dann besuchen wir McDonalds und aktualisieren dort diesen Blog (sic!), was sich bei der Modem-artigen Geschwindigkeit des dortigen Free Wireless (sollte nicht "speed" heißen, sondern "slow") als Herausforderung gestaltet, und anschließend gehen wir zum Fotoladen, um Nicoles Bilder auf CD zu brennen, da ihre Karte dank zu feiner Einstellung der Bilder schon voll ist und sie leider nicht in meinen Netbook-Slot paßt. Es ist es übrigens echt wert, das Backpacker-Publikum zu beobachten, während man im McDonalds sitzt. Deutsche, Deutsche, und wieder Deutsche. Manche sind so, wie man es kennt - laut und "Mei Schnitzl will I homm." Wir sprechen Englisch, um nicht als Deutsche erkannt und von den lieben Landsleuten angesprochen zu werden. Wir fragen uns wirklich, wie sich kaum 20-jährige einen Trip nach Down Under leisten können....Entweder haben sie in den Ferien gerödelt wie die Verrückten, oder die reichen Eltern wollten ihre verwöhnten Sprößlinge loswerden...

Danach legen wir uns an die Lagune, gehen ein wenig im körperwarmen Salzwasser planschen, ich hole mir einen verflixten Sonnenbrand auf der linken Schulter, der ziemlich brennt, und wir wackeln wieder ins Hotel. Nach dem Duschen gibt es dann leckere Spaghetti Bolognese für Nicole (1:1 Verhältnis Tomaten und Hackfleisch: eine Dose Tomaten auf eine ganze Kuh) und für mich einen Steakburger in Mangrove's Jack. Ein typischer Aussie-Pub - das Essen bestellt und bezahlt man an einer speziellen Theke, bekommt eine Nummer auf einem Ständer, die man auf den Tisch stellt, und an der Bar holt und zahlt man die Getränke.

Wir besorgen uns im Liqour Store noch eine Flasche Wein, einen 2009 Chardonnay aus Südaustralien (trotz der jungen Ernte mit 13 % Alkohol), und setzen uns damit auf den Balkon. Schon witzig, die Trauben werden hier ja im März/April geerntet, und wir haben somit als Erste den Wein von 2009 getrunken, der in Europa eben geerntet wurde.

Früh gehts ins Bett und am nächsten Morgen um halb sieben aus dem Bett.
 

Photos / videos of "Great Barrier Reef/Whitsundays, Queensland, AUS":

Hook Island On the beach before snorkeling Whitesunday Island Whitesunday Island beach and our boat Nicole at The Beach Long Island Resort My first Skippy!
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