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Tag 7 / 26.8.2008
Auch der letzte Tag kam irgendwann, also alles wieder in den Rucksack und Check-Out. Mein Gepäck sicher im Hostel verstaut, startete ich meine dritte Tour durch Köln diesmal in Begleitung von Catherine, die eigentlich aus Hamburg kommt, aber dank eines langjährigen Englandaufenthaltes mit amüsantem britischen Akzent sprach. Wir wanderten das Rheinufer entlang, vorbei am Schokomuseum, auf dessen Besuch wir aufgrund von Rückfallgefährdung verzichteten, in Richtung Studentenviertel, was ich zwei Abende zuvor schon kennegelernt hatte und leider am Tag nicht das hielt, was in der Zeitschrift versprochen wurde. Wir bahnten unseren Weg zurück in die Innenstadt, wo sich unsere Wege trennten. Ich holte mein Gepäck aus dem Hostel, genoss noch ein Kölsch mit Blick auf den Dom und wartete auf meine Mitfahrgelegenheit.
Die bretterte dann auch in Gestalt eines alten, klapprigen Fiat-Kleinbus auf den Parkplatz. Da wir noch auf jemanden warten mussten, wurden prompt die Spiegel eingeklappt und ab auf den Bordstein unters Dach der Mitfahrzentrale: Zeit uns über das Personenbeförderungsgesetz von 1931 aufzuklären. Laut diesem dürfen in Deutschland keine Busse zur Beförderung von Personen im Langstreckenverkehr eingesetzt werden, da sie der Reichsbahn die Einnahmen streitig machen würden. Es dürfen lediglich Busse zum Transport ins Ausland eingesetzt werden und dank einer Notfallregelung aus dem Jahre 1948 auch zwischen Berlin und Hamburg bzw. Düsseldorf, da während der Berlin-Blockade keine Züge nach Berlin verkehren konnten. Er informierte uns über die geplante Gründung eines Vereins um das Gesetz von 1931 zu umgehen, womit auch der Verkehr zwischen Köln und Berlin möglich wäre, und fragte nach unserer Meinung. Ich war die einzige die sich traute zu antworteten.
So langsam dämmerte mir, warum Google ausnahmsweise nichts zum Thema "Bus Berlin Köln" ausgespuckt hatte und ich mich mit 8 anderen Reisenden in diesen Bus zwängte, der selbst mir der Situation übefordert schien. Innerhalb der ersten Stunde tauschte unser ganz spezieller Fahrer irgendwelche Filter aus. Zum Tanken fuhr er hinter die Tankstelle und hievte einen gigantischen Kanister aus dem Kofferraum zur Motorhaube. Ab dem 300. Kilometer vor Berlin schien unser Vereinsgründer langsam müde zu werden. Immerwieder knipste er das Licht an und aus. Es folgte ein ruckender Wechsel zwischen Gasgeben und Rollenlassen und ich war noch nie so froh wieder in Berlin zu sein. Die Fahrt kostete 29 Euro. Ich gab 30 und auf mein Wechselgeld bestand ich! Schon wenige Minuten später jedoch, als neben mir in der S-Bahn ein junger Mann auf seiner Gegenüber einschlug, wünschte ich mir aber die rheinische Landschaft, Mentalität und Lebensfreude zurück.
...als nächstes: ..wer weiß..!
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