Poipet, Cambodia
13° 39' N 102° 33' E
Aug 01, 2008 02:14
Distance 145km

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auf den "Strassen" Cambodias und weiter nach BKK

Text written in: German

Ueberall liest man, die Strecke von Siem Reap bis zur Grenze sei eine der schlimmsten Suedostasiens. Und wirklich, die Fahrt war ein Erlebnis der besonderen Art.

Es begann damit, dass uns ein schon etwas aelterer Minibus abholte. Wir hatten kaum Platz, unsere Taschen und sonstiger Proviant mussten wir auf den Knien aufstapeln. Langsam fuellte sich auch der Bus und es stiegen immer mehr Leute hinzu, obwohl die 21 Plaetze schon laengst besetzt waren. Der Fahrer versicherte uns aber, wir wuerden nur bis zur Busstation fahren und dann in einen groesseren Bus umsteigen. Dies war auch dringenst noetig, waren wir doch schon ueber 30 Personen im Bus (viele mussten stehen). Nach einigen Minuten Fahrt waren wir dann auch schon der Busstation und froh, in den versprochenen groesseren Bus umsteigen zu koennen. Waehrend wir auf eben diesen warteten, kamen weitere tuk-tuks, die noch mehr Leute ausluden. Mittlerweile mussten wir so um die 40 Personen gewesen sein.

Da kam auch schon der Bus - der Witz daran war, es war derselbe Bus, aus dem wir Minuten zuvor wieder ausgestiegen waren. Wir fragten nach und erhielten die Antwort, es kaeme noch ein Bus. Deshalb beschlossen wir angesichts des doch nicht sehr komfortablen Zustandes auf den anderen Bus zu warten. Der Busfahrer war langsam etwas genervt, weil niemand in den kleinen Bus einsteigen wollte und alle ihre Bags an sich krallten, damit er sie nicht einladen konnte. Langsam aber sicher konnte er den Bus aber doch fuellen (mit viel Rumgebruelle) und die letzten hatten das Vergnuegen, mit bis zur Brust angezogenen Knien auf je einer Arschbacke zwischen den Gepaeckstuecken zu "sitzen". Die restlichen ca. 15 Personen (darunter wir) blieben zurueck. Da bequemte sich einer der Busgesellschaft dazu, uns mitzuteilen, dass wohl kein anderer Bus kaeme, wir aber fuer 3$ extra ein Taxi nehmen koennen. Auf die Frage hin, wieso sie 2x mehr Tickets verkauften, als eigentlich Plaetze vorhanden waren, zuckte er nur mit den Schultern und meinte, er sei nur ein Staff. Wir weigerten uns standhaft, die 3$ zu bezahlen, das sollte schliesslich die Busgesellschaft uebernehmen, jedoch merkten wir schnell, dass wir nicht viel bewirkten konnten. Dem Staff war es scheissegal, ob wir nun zur Grenze kamen oder nicht. So bestiegen wir wohl oder uebel zusammen mit zwei anderen aus dem Bus ein Taxi.

Schlussendlich koennen wir jedoch sagen, es war eine sehr gute Entscheidung und die drei Dollar haben sich ausgezahlt. Wir legten die Strecke in 3 und nicht 6 Stunden zurueck und hatten Platz und Beinfreiheit. Als unser Taxifahrer dann aber zweimal hielt, um irgendwelche Schluessel zu uebergeben und wir an der Grenze fast schon professionell empfangen wurden, daemmerte uns langsam, dass dieser Fehler mit den Sitzen ein abgekartetes Spiel war und konstant zuviele Tickets verkauft wurden. So konnte die Busgesellschaft jeden Tag mindestens 4 Taxis fuellen und zusaetzlich Gewinn machen. Die Strecke bis zur Grenze kann man nicht wirklich als Strasse bezeichnen, obwohl wir sie uns noch etwas schlimmer vorgestellt hatten. Der groesste Teil glich einer Rallye-Piste mit riesigen Bodenwellen (richtige Huegel), dann gab es Abschnitte, die in relativ gutem Zustand waren, aber der schlimmste Teil war die Strasse durch Poipet. Diese bestand nur aus Matsch und wir fuhren Slalom, um den Wasserloecher auszuweichen.

Der Rest des Tages verlief dann beinahe langweilig. Wir verliessen Cambodia und durften in Thailand auf einen Minibus umsteigen, bei dem die Anzahl Personen mit der Anzahl Sitze uebereinstimmte. Im Bus waren neben ein paar Visa-Runners noch 4 weitere Personen, denen exakt dasselbe passiert war. Nochmals soviel zum angeblichen Missverstaendnis der Sitzplatzbelegung. Um 5pm und einer Stunde in der Rushhour Bangkoks kamen wir dann auch in der Kao San Road an. Die, die den Bus genommen haben, sind uebrigens erst um 8pm angekommen, wie wir im Nachhinein erfahren haben. Siem Reap - Bangkok ueber Land: Muss man einmal erlebt haben - einmal und nie wieder.

Noch einen Nachtrag: Sowohl Vietnam als auch Cambodia wurden durch den Krieg geschaedigt und in ihrer Entwicklung zurueckgeworfen und Cambodia zaehlt man sogar zu den aermsten Laender der Welt. Schon nach den ersten Metern auf Thailands Strassen wurden die Unterschiede zwischen den Laendern sichtbar. So sieht man zum Beispiel keine Blechhuetten, wie sie in Cambodia jede Strasse saeumen, die Strassen sind ausgebaut und es existieren Strassenschilder. Auch die fuer Vietnam und Cambodia typischen Motorbikes sind nicht mehr zu sehen und wenn dann mal eins auftaucht, dann gesittet mit 2 Personen und Helm. In Cambodia waren bis zu 5 Personen, 4 Personen mit einem Kind stehend, 2 Personen mit einem Schwein in der Mitte oder 1 Person mit 3 lebenden Schweinen keine Seltenheit.

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