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der gedanke nach nepal zu reisen entstand in selb, als ich eine postkarte von freund arpad aus kathmandu erhielt. schöne briefmarken, dachte ich damals. ein jahr später stand ich im kiosk meines vaters und las einen reisewanderbericht im geo-heft. eine junge frau hatte den weg über den gerade neueröffneten trail nach muktinath und über den tharong-la (pass) geschafft. der bericht klang so positiv, dass ich sogleich begann darüber zu träumen. endlich war es dann soweit. ich verbrachte die letzten tage in deutschland bei meinen freunden in jugenheim. Es war schon mehr als eine geste, dass mich meine freunde zum flughafen nach frankfurt brachten. als ich abflog, hatte ich das gefühl, dass ich jemanden zurückließ zu dem ich irgendwann wieder zurückkehren werde. der flug verlief unspektakulär und war einfach nur ermüdend. nachts um 23.12 h landete die maschine in new delhi. es war schweineheiß und nach der paßkontrolle holte ich mein gepäck vom fließband. als ich durch den zoll in die empfangshalle trat schlug mir ein ungewohnter lärm um die ohren. zu meiner abgeschlagenheit und müdigkeit gesellte sich orientierungslosigkeit. noch einmal wurde mir bewußt, daß ich meine heimat und meine freunde hinter mir gelassen hatte, um ein abenteuer im wilden orient zu erleben. natürlich dachte ich auch daran, daß dies mein letztes abenteuer werden könnte und daß ich alles in meiner vergangenheit liebgewonnene nicht mehr wiedersehen könnte. nachdem ich die lage ein paar minuten beobachtet hatte, war mir klar, ich benötigte viel glück um in diesem land alleine zu bestehen. ein erster schritt bedeutete, an einem einfachen tisch bei einem halbwegs seriös aussehenden mann ein taxiticket zu erstehen. das taxi, das dieses ticket annimmt, würde mich sicher zu meinem ziel bringen, ohne daß ich ausgeraubt, vergewaltigt und getötet würde. nun denn, mit meinem ticket in der einen hand und dem rucksack an der anderen schulter hängend begab ich mich in die heiße nacht hinaus zu den taxiständen. diverse schlepper schrieen mich an, um meine aufmerksamkeit zu erlangen. diese gehörte allerdings nur einer frage, die ich immer wieder stellte, wo ist das taxi, das dieses ticket akzeptiert. irgend jemand riß mir das ticket aus der hand und ein anderer versuchte meinen rucksack von meiner schulter zu zerren. beide männer redeten auf mich ein und ehe ich mich versah verschand mein gepäck im kofferraum eines klapperigen alten taxis. man riß alle türen auf und ich dachte nur, schnell rein in die kiste, damit sie nicht ohne deinen rucksack losfahren. natürlich hatte ich alle wertsachen am körper sicher verstaut, doch meine spielsachen, unter anderem einen fotoapparat, wollte ich nicht schon gleich in der ersten stunde verlieren. als ich sicher im fonds des taxis saß, schaute ich nach vorne, nur um festzustellen, daß ich nicht mit dem fahrer allein war. es gab noch einen beifahrer, dessen anwesenheit mich etwas nervös machte. später erfuhr ich, daß die meisten taxifahrer nachts zu zweit fahren, weil sie angst vor ihren fahrgästen hatten. die beiden drehten sich abwechselnd zu mir um und musterten mich genau. dauernd stellten sie mir fragen, die ich nicht beantworten wollte. ein hotel der mittleren preisklasse sollten sie für mich anfahren. als wir das flughafengelände verließen, wurden wir von einer militärkontrolle angehalten. die brüder wollten unbedingt meinen reisepaß sehen und das taxiticket. nur ungern gab ich meinen paß mit dem visum aus der hand. immerhin hatte ich das dokument in meinem brustbeutel sicher verstaut. nun mußte ich vor den fahrern mein versteck preisgeben. aber was sollte ich tun? man gab mir meine papiere zurück und weiter ging die höllische fahrt durch die indische nacht richtung new delhi. in der stadt angekommen, mußten wir vier oder fünf hotels anfahren, bevor wir eines fanden, welches geöffnet hatte und auch gewillt war, mich zu beherbergen. überall waren die häuser der reichen leute und hotels gut eingezäunt, tore verschlossen und alle hatten mit dicken knüppeln bewaffnete wächter. sie blickten ausnahmslos finster drein und man wollte diese typen nicht unbedingt im dunkeln treffen. das hotel shijama war noch zu haben. es war ziemlich luxoriös ausgestattet und hatte ein marmorbad. das bett war recht gemütlich und ich ließ mir noch ein getränk bringen, und das feeling wurde etwas entspannter. immerhin war die stunde schon vorgerückt aber ich nahm trotzdem das angebot des badezimmers an, mich gründlich zu waschen. die rechnung wurde am nächsten morgen präsentiert.
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