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Heute verlassen wir Südafrika und überqueren die Grenze nach Namibia.
Zuvor gab es aber noch ein kleines Problem mit unserem geliebten Landy.
Das wir ihn gestern völlig ungenutzt und nicht weiter beachtet hatten
(außer, wenn es mal ein Bier zu öffnen gab!) quittierte er damit, dass
er sich weigerte, anzuspringen. Laut Gordon nur ein Problem mit der
Batterie, Axel wollte mit Rat&Tat helfen, aber Gordon ließ sich
nicht helfen. Der löste das Problem - wie auch immer - mit Hilfe der
Leute des Campingplatzes. Mit einer knappen Stunde Verzögerung ging es
los.
Die Einreise nach Namibia war einfach. Ein kurzer
Fragebogen, ein freundliches "Hello, how are you?" zum Grenzbeamten,
ein Stempel in den Paß - fertig. Für Gordon war es nicht so einfach, er
muss den Landy über die Grenze bringen und nachdem er den nicht genau
dort zum stehen gebracht hatte, wo es die Grenzbeamten wollten waren
sie wohl beleidigt und zickten etwas herum.
Einige Kilometer hinter der Grenze hielten
wir an einem Laden, um unsere Vorräte aufzufüllen. In dem Laden gab es
alles, Semmeln und Autoersatzteile, Konserven und Werkzeug,
Getränkedosen und chinesische Billigarmbanduhren, in der Ecke stand
eine in Plastikfolie verschweißte, nagelneue Matraze. Der Biervorrat
für die nächsten Tage wurde gesichert. Rund um den Laden gab es einige
(zumindest in europäischen Augen) ärmliche Hütten.
Gegen halb
elf hielten wir - mitten im Niemandsland. Gordon sagte uns, dass wir
auf einer kleinen Wanderung die Wüste kennenlernen sollten. Jeder für
sich selber. Ich bin niemand, der an Übersinnliches glaubt und ich
verspürte nichts spirituelles oder dergleichen. Trotzdem war es ein
bewegendes Erlebnis. Allein. Der Wind als einziges Geräusch. Kaum etwas
bewegt sich. Eine brennende Sonne, aber keine erdrückende Hitze. Der
Schweiß verdunstet in der Trockenheit sofort und kühlt. Wenn man genug
zum Trinken hat. Eine Ziege hatte das Glück offenbar nicht. 45 Minuten
können sehr lang sein. Zu Hause nur, wenn man sich langweilt. Die
Langeweile war hier fern, trotzdem kam es mir wesentlich länger vor,
bis wir schließlich wieder alle am Landrover waren.
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