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Safari ist Suaheli um bedeutet ursprünglich einfach Reise. Erst im Englischen wurde es die Bezeichnung für eine (Groß-)Wildjagd.
Heute beginnt unsere (im ursprünglichen Sinn) Safari! Eine Reise durch 5 völlig unterschiedliche Länder, verschiedene Landschaften und Kulturen; vom fast schon westlichen Südafrika in die Diktatur Simbabwe, von der trockenen Namib ins sumpfige Okawango-Delta, mit Geländewagen und Einbaum, Hubschrauber und Boot, vorbei an Townships, herausgeputzen Häusern und Lehmhütten, von 45° C in den Dünen von Deadvlei zu 18° C am Atlantik, über mehrspurige Highways, Salz- und Wellblechpisten, durch Gewitterstürme und brütende Hitze.
Unterwegs waren mir mit einem Land Rover Defender, dunkelblau. Ich erwähne die Farbe, weil wir allen ernstes mehr als einmal von der namibischen Polizei/Militär gefragt wurden, welche Farbe denn unser Auto hätte. Ach ja, der Beamte stand direkt neben dem Auto...
Die Kabine war verlängert, bot für 6 Leute genügend Platz und vor allem hatte jeder ein eigenes Fenster. Im Kofferraum hatte Gordon (unser Guide) seine Küche und die Vorräte verstaut. Zelte, Tisch & Stühle, Isomatten und Reisetaschen wurden auf dem Dach in eine Plane eingeschlagen und mit einem Netz gesichert.
Bis auf gelegentliche Startprobleme (wer seinen Landy liebt, der schiebt) hat er uns auf über 5000km nie im Stich gelassen, nichtmal einen Reifen mussten wir wechseln. Allerdings waren die Sicherheitsgurte kaputt und teilweise mit Kabelbinder fixiert, so dass wir sie bei einer Polizeikontrolle nichtmal zum Schein anlegen konnten (was bei einem Tierseuchenkontrollposten in Botswana auch zu leichtem Ärger führte). Richtig übel aber war, dass hinten die Gurte an der Verriegelung der Sitzbank festgemacht waren. Wenn man versehentlich an ihnen zog, löste sich die Verriegelung, dank der nicht existierenden Rückholfeder permanent und bei der nächsten stärkeren Bremsung mussten wir uns gegen Gordons nach vorne drängende Küchen-Kisten zur Wehr setzen.
Bis auf zwei Nächte in Swakopmund sollten wir die nächsten 25 Tage in Schlafsack und Zelt verbringen. Wir hatten fünf angeblich Afrika-taugliche Zweimannzelte, von denen eines völlig kaputt war und bei zweien das Gestänge nicht passte. Nachdem wir nur zu sechst waren reichten die verbliebenden 3 Zelte, aber irgendwie ergab das kein gutes Gefühl. Richtig blöd wurde es dann beim ersten Regen, denn das regendichte Überzelt war zwar vorhanden (und dicht), nicht aber die Stange, die es auf Abstand vom eigentlichen Zelt hielt, mit dem Erfolg, dass das herunterlaufende Wasser unten auf und durch das Zelt kam. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass es meistens nur getröpfelt hat und dann haben wir das Überzelt einfach nur übergeworfen und alles war gut. Bei den beiden schweren Gewitterstürmen, in die wir gerieten, hätte uns vermutlich auch eine völlständige Ausrüstung nicht vor dem absaufen bewahrt.
In die Zelte wurden Schaumstoffmatten gelegt, einfach aber zweckmäßig, denn aufblasbare Isomatten hätten die Akazien-Dornen, die es auf vielen Campingplätzen in mehr oder weniger großer Anzahl gab, wohl nicht überlebt.
Aber kann man Afrika so wirklich erleben? In einem Zimmer mit elektrischer Beleuchtung statt Sternenhimmel und Mondschein, mit dem Surren der Klimaanlage anstatt dem Gesang der Vögel, Insekten und Frösche? In der Nacht aufzustehen, nachdem man die ersten Regentropfen im Gesicht hatte oder mit der Taschenlampe das vermeindliche Flußpferd zu suchen, dessen Geräusche man gehört hat (und in der Früh festzustellen, dass es dem Spuren nach wohl doch eher die Kühe des nahen Dorfes waren), das ist Afrika! Nicht feste Wände und ein dichtes Dach über dem Kopf. Und die Entscheidung, die Nacht unter dem klaren Sternenhimmel der Wüste zu verbringen fällt sehr viel leichter, wenn man nur einen Schritt aus dem Zelt machen muss (und nur einen wieder zurück, wenn es doch zu unheimlich werden sollte).
Trotzdem waren wir natürlich froh, zwischendurch für zwei Nächte ein festes Dach über dem Kopf zu haben.
Das Zelte vor Schlangen und Skorpionen schützen war ja noch einsehbar. Dass sich Löwen und Elefanten in die Nähe der Zelte verirren war zwar unwahrscheinlich, aber sicher nicht ausgeschlossen. Und auf mindestens zwei Campingplätzen kamen des nachts Flußpferde zum Grasen aus dem Wasser und Krokodile sollen sich auch schon dorthin verirrt haben. Uns wurde aber versichert, dass diese Tiere ein Zelt als Teil der unbelebten Umgebung wahrnehmen würden und nicht als Umverpackung eines Mitternachtssnacks, obwohl es für sie leicht wäre, das Zelt zu öffnen oder niederzutrampeln.
Auf vielen Campingplätzen in der Wüste oder Halbwüste habe ich das Zelt nur sicherheitshalber aufgebaut, um eine "Fluchtmöglichkeit" zu haben, sollte es mir zu unheimlich (oder nass
) werden. Der Sternenhimmel ist einfach atemberaubend, wenn es im Umkreis von vielen Kilometern kein Licht gibt und der Mond ist angenehmerweise zumindest am Anfang der Reise auch kurz nach der Sonne untergegangen.
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