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Wir waren viel zu spät. Trotzdem erwarete uns die Dame, die uns durch die alte deutsche Siedlung "Kolmanskuppe" führen wollte ohne weiteres. Auch sie hat deutsche Vorfahren und entsprechend gut war ihr Deutsch.
Die Stadt Kolmanskuppe wurde von deutschen Siedlern gegründet, nachdem man hier Diamanten entdeckt hatte. Normalerweise muss man, um einen Diamanten zu finden, Tonnen von Erdreich bewegen. Hier konnte man Diamanten "abgebauen", indem man einfach auf dem Boden liegend die Wüste durchsuchte. Vorzugweise in klaren Mondnächten. Obwohl alles (auch Trinkwasser) via Lüderitz aus dem 1000 km entfernten Kapstadt herangeschleppt werden musste, entstand hier eine Stadt, die im Luxus lebte. Die 400 Bewohner hatten ein eigenes Elektrizitätswerk, eine Eisfabrik, einen Swimming-Pool hoch über der Stadt, eine Eisenbahn und ein Krankenhaus mit dem ersten Röntgenapparat der südlichen Hemisphäre. Nachdem 1930 der Diamantenabbau eingestellt wurde eroberte sich die Wüste die Stadt zurück.
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