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Bis zu unserem heutigen Ziel, dem "Fish River Canyon", dem angeblich zweitgrößten Canyon der Welt, waren es noch ein paar Stunden Fahrt, seit heute im übrigen überwiegend auf Schotterpisten. Das ist garnicht so schlimm, wie man sich das als asphaltverwöhnter Europäer vorstellt - zumindest, wenn man wie wir einen guten Fahrer hat. Die meisten Straßen sind schnurgerade und 120 km/h gehen ohne Probleme. Hindernisse dürfen freilich keine auf der Straße sein, denn die Bodenhaftung beim Bremsen ist eher dürftig. Etwas blöd war auch die fehlende Dichtung der Autotür, aber mein mitgebrachtes (großes!) Kissen - für das ich bis jetzt noch ausgelacht wurde - ersetzte diese ganz gut.
Als wir uns dem Canyon näherten wurden die berühmten Köcherbäume immer zahlreicher - wie auch die Wolkentürme am Horizont. Regen sollte es aber die nächsten Tage trotzdem nicht geben.
Der einzige Campingplatz beim Fish River Canyon wird staatlich geleitet - und die staatlichen Campingplätze in Namibia leiden leider etwas unter Mißwirtschaft. Ich habe einige Tage später - in Sesriem - Gordon gefragt, warum denn das Wasser in den Pools immer so schlammig ist, ob das von der Wüste käme und sich nicht vermeiden lässt. Es wäre angeblich kein Problem, für sauberes Wasser zu sorgen, die Touristen lassen ja genug Geld da. Aber warum Geld in Pumpen investieren, wenn die Touristen auch im trÜben Wasser schwimmen? Zumindest war der Campingplatz sehr naturnah angelegt. Im Haus mit den Sanitäreinrichtungen gab es neben einer nicht mehr ganz neuen Badewanne eine ganze Menge Fledermäuse!
Nach einer Siesta brachen wir zu einem etwa 10 km entfernten Aussichtspunkt am Fish River Canyon auf. Die Touristenmassen hielten sich angenehmerweise in Grenzen, mit etwa 30 andern Touris genossen wir die fantastische Aussicht. In den Canyon hinabzusteigen ist nach etlichen Todesfällen nicht mehr erlaubt (auch wenn das hier sicher niemand überprüft) und wir hätten sowieso nicht genug Zeit gehabt. Aber eine kurze Wanderung am Canyon ist möglich und der Sonnenuntergang hier ist einfach fantastisch! Fast noch besser aber die Zeit dannach, wir waren fast alleine, nachdem sich alle anderen zurückgezoge hatten.
Auch einer unserer Mitreisenden hätte sich am liebsten sofort wieder Richtung Campingplatz verdrückt, denn nach eigenen Angaben hat er schon immer um 19 Uhr gegessen und auch in Afrika muss das so sein. Die weitere Beschreibung dieses "Zwischenfalls" möchte ich gerne vergessen. Wir landeten (auf Vorschlag Karins glaube ich) irgendwann (zugegebenermaßen recht spät) in einem Luxus-Resort und bekamen ein sehr leckeres Abendessen. Nach dem Preis hatte sich aber niemand erkundigt. Entsprechend war das Entsetzen über die Rechnung... Unser erstes namibisches Essen war zwar superlecker, sollte aber fast 100 Euro pro Person kosten. Wie genau unsere Fehlinterpretation aussah weiß ich leider nicht mehr, auf jeden Fall kam ich zu dem Schluss, dass was meine Mitreisenden als letzte Stelle des Rechnungsbetrags interpretierten, das dieses Zeichen schon zur Währung (Namibische Dollars) gehört. Letztendlich zahlte jeder knappe 10 Euro, also einen völlig angemessenen Preis!
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