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Eine werbefreie Version dieses Berichts findet ihr unter: www.philippschaeufele.de
Irgendwo zwischen Pai und Mae Hong Son, "hinter einer Bergkuppe", hatte ich die Empfehlung für eine Lodge, die von einem mit einer Thai verheirateten Deutschen geführt wird. Der Weg dorthin war wunderschön, teilweise nicht geteert, überall wurde gebaut und leider relativ trocken. Offensichtlich hatte es in letzer Zeit mehrere Bergrutsche gegeben, manche Brücken waren nur Provesorien.
Die "Lisu Lodge" war auch relativ leicht zu finden, ein klarer Wegweiser am Straßenrand. Aber mein Motorrad ist zwischendurch wieder mehrfach abgestorben und auch kurz nach dem Abbiegen von der Hauptstraße verließ es mich. Ins Dorf ging es nur noch rollend bergab, aber dann musste ich es mit etwas blöden Gefühl und ebenso blödem Gschau der Einheimischen an einen Baum ketten und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Die Lodge war dann aber ein Glücksgriff, ich hatte eine wunderschöne Hütte für 450 Bath pro Nacht. Anscheinend war ich der einzige Gast.
Das mit dem Motorrad musste besser werden, denn eigentlich wollte ich ja noch weiter. Ich fuhr in das ca. 5km entfernte Städtchen Soppong. Seltsamerweise spring die Kiste sofort an, machte aber nach einigen km wieder Probleme. Bei einem Polizeiposten bin ich grad noch so mit Motorkraft vorbeigekommen. Kurz dannach war Schluß. Ein hilfsbereiter Thai bot mir an, mich nach Soppong mitzunehmen, aber ich wollte selbst diese Schrottkiste nicht einfach so zurücklassen. Nach ein paar Minuten spring sie auch wieder an und er führte mich nach Soppong zu einer Werkstatt. Ich rief wieder den Vermieter an und bat den Mechaniker, persönlich mit ihm zu reden. Es kam nur wieder ein "Vergaser reinigen" raus
. Auch dieser Mechaniker hat sich das Reinigungsbenzin aus meinem Tank gezapft, indem er die Benzinleitung abzog. Und dabei ist es mir dann aufgefallen: Das Benzin lief nicht wie bei der vorherigen Reparatur in einem gleichmäßigen Strahl heraus, sondern gluckste, wie wenn man eine Wasserflasche umdreht. Offensichtlich kam keine Luft in den Tank! In Zukunft ließ ich den Tankdeckel ein bisschen offen und hatte nie wieder Probleme.
Zu Abend aß ich mit Rudi, dem Besitzer der "Lisu Lodge" und seiner Familie. Später tranken wir noch ein Bier (oder fünf). Er sächselte etwas und ich konnte mir die Frage nach seiner Herkunft nicht verkneifen. Tatsächlich aus der DDR. Er war aber schon seit 1983 hier, irgendwie passte das nicht. Es stellte sich heraus, dass er ein Totalverweigerer war. Seine Eltern waren früh gestorben, engere Verwandte gab es nicht. So musste er nicht befürchten, dass andere für ihn mitbestraft wurden. Er wurde inhaftiert und einige Monate später von der BRD gegen Devisen freigekauft.
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