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Mitten in der Nacht ein heftiges Gewitter - der Regen prasselt ohrenbetaeubend aufs Dach. Gerade noch rechtzeitig entdecke ich das Rinnsal, das unter der Tuer und der Wand nach ins Zimmer laeuft und ich rette Gian's Rucksack + Kamera vom Boden. Wir schieben das Bett weg vom Fenster, denn auch da regnet's rein, das Zimmer steht unter Wasser und dann auch noch Stromausfall!
Um 3:45 Uhr in der Nacht sind wir dann auch schon auf und los geht's- kurzerhand haben wir unsere Rucksaecke rasch wasserdicht verpackt und Sandalen angezogen - denn noch immer regnet es in Stroemen. Das Taxi ist bereits am warten und bringt uns um die Ecke zum Hafen, zwar nur 200m, doch um diese Stunde zu Fuss nicht empfehlenswert. Im Dunkeln stolpern wir die Boeschung zur Anlegestelle runter - eine schwimmende ueberdachte Plattform und schlaengeln uns zwischen den Haengematten mit schlafenden Fischern durch. Zuerst muessen wir den Amazonas mit einem kleinen Boot ueberqueren, denn das Schnellboot faehrt erst von Santa Rosa ab, einer Insel auf der peruanischen Seite. Das kleine Boot ist leider schon voll und wir passen nicht mehr drauf und so warten wir bis es eine Viertelstunde spaeter wieder kommt und uns mitnimmt. Im Stockdunkeln ueberqueren wir mit Scheinwerfern den Amazonas und werden patschnass irgendwo auf einer andern Plattform wieder ausgeladen, wo schon duzende Andere in Regenschuetze eingewickelt am warten sind. Das naechste Boot hat bereits angelegt, das Gepaeck wird uns abgenommen und eingeladen. Alle steigen ein - nur wir warten auf den Zollbeamten - und der kommt dann auch in letzter Minute, auch voellig durchnaesst und setzt sich an einen wackligen Holztisch. Aus seiner Sporttasche holt er Formulare und verpasst uns freundlich den peruanischen Einreisestempel.
Kaum im Boot gehts auch schon puenktlich auf die Minute los. Super Platz hab ich ausgesucht, genau ueber Gian ist das Dach undicht und es tropft. Irgendwann klebt jemand die undichten Stellen mit Klebeband ab, was aber nicht wirklich hilft. Egal, es wird langsam hell und schon legen wir wieder an. Das Boot ist eigentlich schon fast voll, und trotzdem ein Duzend Leute verschwinden im Frachtraum, der Rest kriegt Plastikstuehle oder Stehplaetze zum Abwechseln. Alles ganz unkompliziert. Sogar Zmittag wird serviert: Reis, Kartoffelstock und Fleisch in einem Alu-Wegwerfteller, zum Trinken entweder Wasser aus dem Plastikbeutel oder Inka Kola (hellgelb mit Sinalco/Gummibaerli Geschmack, sehr beliebt in Peru). Nicht ganz einfach so zu essen, doch wir machen es eifach den andern nach. Becher zwichen Knie klemmen, in der einen Hand den schwabligen Teller, mit der andern mit der Gabel reinschaufeln. Die Fahrt ist amuesant, die Leute fangen uns an auszufragen und nebenbei fliegt das Ufer des Amazonas nur so an uns vorbei. Direkt am Fluss ist viel abgeholzt oder wird abgebrannt und ab und zu sieht man Huetten am Wasserrand oder Plantagen. Ein ziemlich abgeschiedenes Leben. Mit dem normalen (langsamen) Boot hat man hier Tage bis in die naechste Stadt. Wir mit dem Schnellboot haben die Fahrt in 12 Stunden dann geschafft. Um 17 Uhr kommen wir mit nur 2 Stunden Verspaetung in Iquitos an, eine Menge Leute wartet bereits aufs Boot und die Jungs mit den Mototaxis pruegelns sich fast um uns.
Jetzt endlich kommt auch wieder die Sonne zum Vorschein und beleuchtet den Amazonas nochmals mit seiner ganzen Schoenheit.
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