Varkala, India
8° 44' N 76° 43' E
Dec 07, 2004 23:03
Distance 148km

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Spiders in Paradise

Text written in: German

ich habe jetzt zehn tage indien hinter mir und das interessante daran ist, dass es mir schon laenger vorkommt als viereinhalb wochen thailand.

nach meinem ersten kulturschock in bangalore und mysore hab ich vor einer woche den
nachtbus nach kochin genommen. der erste und letzte indische nachtbus meines lebens, jetzt weiss ich warum in indien jeden tag 1.500 menschen bei verkehrsunfaellen sterben.

cochin war schoen bis auf die kraempfe und die gliederschmerzen und den einzigartigen unbeschreiblichen durchfall. ein arzt hat gestern gemeint, es muss fisch gewesen sein. die backwatertour auf dem boot hab ich auf jeden fall verschoben, ich hatte keine lust auf schaukelnden untergrund, derzeit ist mir jede nahrung heilig, die meinen koerper nicht sofort wieder verlaesst.

gestern bin ich mit dem zug von cochin nach varkala gefahren, am bahnhof hab ich mir einen nahkampf mit 17 indern um einen sitzplatz geliefert - und gewonnen, ich hab einfach laengere arme und der rucksack funktioniert auch gut als prellbock.

in varkala (das ist in indien sehr weit unten links am meer) hat es geschuettet und war dunkel. mein fuehrer (buch) hat gemeint, eden garden residence waere genau das richtige fuer mich, warmes wasser, gutes bett... dort war dann sogar ein sehr schoenes zimmer frei, romantisch an einem teich in einem reisfeld gelegen - zu den vorteilen dieser lage fuer die lokale fauna komme ich noch.

inzwischen hatte es aufgehoert zu regnen und der hunger (wieder feste nahrung!!) wollte gestillt werden. auf halbem weg zum dorf hat es so zu schuetten begonnen, dass ich wieder heim musste, umziehen. der indische monsun schleicht sich an und schlaegt blitzschnell zu. der zweite versuch war von erfolg gekroent und ich hab zwei schwedinnen getroffen, die mir
schon in cochin begegnet sind, mir denen wars dann lustig, beim essen. das indische bier vertrag ich nicht, da ist glycerin drinn, die spinnen, die inder.

um halb eins wollt ich dann ins bett und bin zurueck ins hotel. echt gemuetlich das bett dort, mit dem buch (krimi, mankell, rueckkehr des tanzlehrers, secondhand) in der hand wollte ich friedlich einschlafen.

ich fange an zu lesen aber irgenwas stimmt nicht. ganz links oben, am aussersten rand meines blickfeldes, nehm ich ein bewegung war. ich leg mein buch hin und trau meinen augen nicht: so eine spinne hab ich nicht mal im thailaendischen regenwald gesehen. das tier war
ohne uebertreibung groesser als meine gesamte hand wenn ich meine finger spreize, so gross wie ein hauptspeisenteller, schwarz und haarig. ich huepf nackert raus aus dem bett und seh sie gerade noch hinter dem vorhang verschwinden - als ich auf der anderen wand ihren zwilling entdecke. ich konnte nichts tun, ich hab versucht ruhig zu werden aber es ist mir
nicht gelungen, pure panik. beide viecher haben sich sofort wieder versteckt, sie wollten mir offenbar nur kurz zeigen, dass sie jetzt da sind, dass da in meinem zimmer ueber meinem bett zwei riesige schwarze, haarige spinnen wohnen.

ich hab ueberlegt ob ich draussen schlafe, aber draussen haetten mich die moskitos zerfleischt. nach einer guten viertel stunde nackertem, deppertem herumstehens, hab ich beschlossen zu bleiben und den deckenventilator auf die hoechste stufe zu stellen, ich hab mir gedacht, keine spinne geht gerne auf einem hubschrauberlandeplatz spazieren, so hat sich mein bett naemlich angefuehlt. ich musste mir alle decken und handtuecher drueberlegen, so kalt hat der wind geblasen. nach zehn minuten unter dem deckenhaufen hab ich einen kontrollblick nach oben schweifen lassen und siehe da, nummer drei, ganz in weiss, blickt mich aus der anderen zimmerecke an. so eine art spinne war mir neu, sie hat mich angesehen und dabei ihre beiden vorderbeine gehoben, als drohgebaerde. nachdem ich kein adrenalin mehr ueberhatte, hat mich dieses tier nicht noch mehr aufregen koennen als die beiden anderen, noch dazu war sie nur so gross wie ein fruehstuecksteller. die panik hat sich angefuehlt wie ein knoten in meiner brust. geschlafen hab ich fast gar nicht, ich habe mich nur versteckt, unter den decken, unter dem ventilator. heute frueh hab ich sofort ausgecheckt, eine schwarze spinne hab ich nochmal gesehen, sie ist unter dem waschbecken an der wand gesessen und war um nichts kleiner als in der nacht.

jetzt bin ich immer noch in varkala, der strand ist schoen aber ich bin irgendwie traumatisiert, sobald ich die augen zumache, sehe ich acht beine und der panikknoten ist immer noch da. ich muss jetzt schlafen gehen und hoffe, dass es in meinem neuen zimmer anders
ist, ich vermisse oesterreich, endlich.

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Photos / videos of "Spiders in Paradise":

kerala1   (add further descriptive detail here) lillystreet, for my niece varkala   (add further descriptive detail here) varkala1   (add further descriptive detail here) varkala2   (add further descriptive detail here) hanna and josefina from sweden, we met first in kochin before i went home to the spiders
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